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Objekt / Inventarnr.: Gm1721

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Golf von Neapel (Gemälde, Landschaft)

Inventarnummer: Gm1721
Museen der Stadt Nürnberg
Hersteller: Catel, Franz Ludwig (1778-1856)
Datierung: 1831
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Maße: H. 99 cm; B. 138 cm
Sammlung: 19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Beschreibung:
Vorne stehen Ruinen über die ganze Fläche. Links auf einer Anhöhe vier Säulen mit den Grundmauern und einem antiken Kuppelbau. Von Blumen sind die Ruinen malerisch umwachsen. Die Säulentrommeln von dazugehörigen Säulen sind bis nach rechts hin gerollt. Links steigt eine Italienerin mit zwei nackten Kindern auf einer Treppe nach oben. Ein Besucher steht bei ihr. Unter dem Kuppelbau, der auf einen Felsen gebaut ist, scheint eine bewohnte Höhle zu sein. In der Mitte großes Ruinengemäuer von Strauchwerk bewachsen. In dem Hohlweg rechts Hirte mit Ziegen nach vorne kommend. Rechts außen wieder Ruinen. Am Uferrand hochgelegene Ruinen. Rückwärts das Meer mit violett aufsteigenden Felsen. Blauer Himmel, Sonne rechts.
Beschriftung:
Gemeinsam mit Schinkel, Begas und Heß besuchte Catel 1824 den Golf von Neapel und Salerno. Das Gemälde schildert als landschaftlichen Hintergrund den Blick von Baiae mit dem Cap Misenum, Procida und Ischia. Im Vordergrund befinden sich die Ruinen des sog. "Venus-Tempels", einer Thermenanlage, die Catel ideal ergänzte. Er verband seine Ansicht des Golfs von Neapel mit der Illustrierung eines frühen Hymnus von Goethe, des "Wanderers" von 1775: Ein gebildeter Reisender sinnt über den Verfall der menschlichen Meisterwerke und folgt dabei einer Frau, die ihn in ihre einfache Hütte, ein Erdloch mit Strohvordach, einlädt. Der Reisende wird mit seinem Blick in einen Sarkophag an die Vergänglichkeit, von der Frau und ihren Kindern an das Erblühen neuen Lebens erinnert. Catel, der mit Goethe persönlich bekannt war, beschreibt in dem Gemälde das Umland Neapels als arkadische Stimmungslandschaft.
Literatur:
Ausgewählte Werke des 19. und 20. Jh. aus dem Kunstbesitz der Stadt Nürnberg. Ausst. In der Fränkischen Galerie am Marientor Nürnberg, vom 17. Februar bis 19. März 1961. (Kat. Wilhelm Schwemmer). Nürnberg o.J. (1961), Nr. 32. — Ausgewählte Werke des 19. aus dem Kunstbesitz der Stadt Nürnberg. Ausst. In der Neuen Residenz Bamberg, vom 7. Sept. bis 6. Okt. 1963. (Kat. Wilhelm Schwemmer), Nr. 15 u. Abb. — Germanisches Nationalmuseum. Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts. Verzeichnis der ausgestellten Werke. Stand Juli 1965, Nürnberg, S. 1. — Schadendorf, Wulf: Zur Sammlungsgeschichte des Germanischen Nationalmuseums und der Städtischen Galerie Nürnberg. Das erweiterte Sammlungsprogramm des Germanischen Nationalmuseums. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 1966, (S. 142--172), S. 157, 171, Anm. 57. — Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, S. 203, Nr. 499 m. Farbabb. — Schuster, Peter-Klaus: Catel und Goethe, Zur Entstehung der realistischen Bildungslandschaft. In: Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Festschrift für Richard Brinkmann, Tübingen 1981, S. 164--200. — Im Licht von Claude Lorrain. Ausst.Kat. Haus der Kunst, München 1983, Kat.Nr. 183, S. 263--264. — Carl Blechen. Zwischen Romantik und Realismus. Ausst.Kat. Nationalgalerie Berlin 1990, Kat. Nr. 333. — Blicke auf Europa. Europa und die Deutsche Malerei des 19. Jh. Ausst.Kat. Palais des Beaux-Arts, Brüssel. Neue Pinakothek München 2007, Kat. Nr. 18, Taf. 15. — Catel, Franz Ludwig. In: AKL Online, Dok-ID: _10156893 (15.06.2011).
 
 
3.3.130726