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Objekt / Inventarnr.: Gm1757

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Seni vor der Leiche Wallensteins (Ölskizze, Historiendarstellung)

Inventarnummer: Gm1757
Museen der Stadt Nürnberg
Hersteller: Piloty, Karl Theodor von (1824/1826-1886)
Datierung: um 1855
Material/Technik: Öl auf Leinwand, doubliert
Maße: H. 52,1 cm; B. 59,7 cm; mit Rahmen: H. 64,5 cm; B. 75 cm; T. 5,5 cm (mit Haken: 6 cm)
Marke/Inschrift: C.T. Piloty Seni
Sammlung: 19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Beschreibung:
Der Astronom Seni, der im Dienst Wallensteins stand, hat das Zimmer in dem der Herzog Albrecht von Wallenstein, Fürst zu Friedland, kaiserlicher General im 30jährigen Krieg, in Eger ermordet wurde, betreten. Seni steht links vor der Leiche schräg nach rechts im langen schwarzen Mantel, den schwarzen Hut in den Händen haltend. Rechts vor einem runden Tisch mit orangegelber Samtdecke liegt der ermordete Wallenstein schräg nach links hin. Auf dem Tisch werden aufgeschlagene Bücher, ein Himmelsglobus und Glasleuchter bemerkt. Der Oberkörper liegt auf der herabgezogenen gelben Samtdecke, die Linke nach links ausgestreckt, die Rechte auf der Brust, das Gesicht eingesunken. Mit weissen Tüchern ist Wallenstein zum Teil zugedeckt. Roter Teppich. Hinter dem Tisch das Bett mit blauem Betthimmel. Auf der Rückseite schwarze Linien. Das Gemälde ist eine Skizze zu dem Monumentalgemälde der Neuen Pinakothek München H.G. 1 (= Königliches Hausgut): Seni vor der Leiche Wallensteins. Vollendet 1855 (Katalog der Neuen Pinakothek zu München, 17. Ausgabe München 1922, S. 62 Abb.). Das Orangegelb des Samtes wie auch die anderen Farben sind in dem Monumentalgemälde sehr gesteigert, infolgedessen ist auch der Lichteinfall stärker.
Beschriftung:
Die Ölskizze ist eine Vorarbeit zu dem 1855 vollendeten Monumentalgemälde Pilotys der Neuen Pinakothek in München. Inspirieren ließ sich Piloty durch Schillers Drama "Wallensteins Tod". Sein Gemälde ist eine Referenz an den deutschen Nationaldichter, dessen Wallenstein-Stück das Ringen um die deutsche Nation zum Inhalt hat. Piloty verband so zwei Größen deutsche Geschichte, an denen sich nationales Bewußtsein ausrichten konnte. Albrecht von Wallenstein, eine der Zentralfiguren des Dreißigjährigen Krieges, stand als Generalissimus des österreichischen Kaisers auf der Seite der Katholiken. Er ließ sich von dem italienischen Astrologen Giovanni Baptista Seni beraten. Wallensteins Eigenmächtigkeit in den Friedensverhandlungen mit den Schweden und Sachsen, die Intrigen der Spanier, Jesuiten und Maximilians von Bayern am österreichischen Hof führten schließlich zu seiner Ermordung in Eger.
Literatur:
Ausgewählte Werke des 19. und 20. Jh. aus dem Kunstbesitz der Stadt Nürnberg. Ausst. In der Fränkischen Galerie am Marientor Nürnberg, vom 17. Februar bis 19. März 1961. (Kat. Wilhelm Schwemmer). Nürnberg o.J. (1961), Nr. 170. — Meisterwerke deutscher Malerei im 19. und 20. Jh. aus dem Besitz der Stadt Nürnberg, Lindau (Bodensee). Juli bis September 1962 (Kat. Wilhelm Schwemme). O.O. J, Nr. 88. — Ausgewählte Werke des 19. aus dem Kunstbesitz der Stadt Nürnberg. Ausst. In der Neuen Residenz Bamberg, vom 7. Sept. bis 6. Okt. 1963. (Kat. Wilhelm Schwemmer). O.O. o. J, Nr. 91. — Ludwig, Horst: Malerei der Gründerzeit. (= Gemäldekataloge der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Neue Pinakothek München, Bd. VI). München 1977, S. 264ff. — Großer Auftritt. Piloty und die Historienmalerei. Ausst.Kat. Neue Pinakothek, München 2003, S. 172 (Abb.), S. 425. — Piloty, Karl Theodor von. In: AKL Online, Dok-ID: _00123118 (15.06.2011).
 
 
3.3.130726