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Objekt / Inventarnr.: Gm1836

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Der Nürnberger Schreibmeister Johann Neudörfer (1497-1563) mit einem Schüler (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm1836
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Neufchâtel, Nicolas (um 1527-nach 1567)
Datierung: 1561
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Maße: H. 102,3 cm; B. 92,5 cm; Maße des Originalrahmens: H. 120 cm; B. 112 cm; T. 5 cm
Marke/Inschrift: "IO(H)AN(N)ES NEVDORF(ER):PER EVROPA(M) VNIVERSA(M) I(N)FINITA DISCIPVLOR(VM) ARITHMETICES GRAPHICES, MVLTITVDINE CELEBRIS. INCO(M)PARABILIS INDVSTRIAE EXE(M)PLAR MAGNV(M) ORNAME(N)TV(M) PATR(IAE): REIP(VBLICAE): NORI(M)B(ERGENSIS): CVI DESIDERATISS(IMI): CIVIS EFFIGIE(M) V(IVAM). AETAT(IS). LXIII. AVTOR NICOLAVS DE NOVO CASTELLO, HOSPES.GR(ATVS oder GRATISSIMVS).ER(GO).D(E)D(ICAVIT).AN(NO).M.D.LXI." — "UXR 19/11 a" — "Gm 1836" — "38" — "87 Munich. 53x1" — "Gm 1836" — "17569"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Halbfiguren. Der an einem Tisch sitzende Gelehrte diktiert einem Schüler die Maße in ein Merkbuch, die er mit einem Stechzirkel an einem Dodekaeder abnimmt. Beide tragen dunkle Kleider und offene Hemdkragen mit Rüschenabschluss, Neudörfer einen pelzgefütterten Rock, Wams und rotes Wollhemd. Das blonde Haar des Meisters ist ergraut, das des braunäugigen Jungen von einem rötlichen Braun. Auf dem grün bezogenen Tisch liegen eine Feder und ein geöffnetes längliches Futteral mit Schreibzeug. Das Tintenfass, dessen Deckel abgenommen ist, hat die Form eines reichverzierten kleinen Pokals mit einem liegenden Putto am Fuß. An der Wand finden sich aufgehängt das Modell eines Hexaeders und eine Säulchensonnenuhr. Die um den Bildrahmen laufende Inschrift rühmt den Dargestellten und nennt den Maler mit vollem Namen.
Beschriftung:
Der Nürnberger Johann Neudörfer war der bedeutendste Schreibmeister seiner Zeit. Er gilt als Begründer der deutschen Schönschreibkunst. Wie im Gemälde festgehalten, beschäftigte er sich außerdem mit Mathematik. Neufchâtel schenkte das Bildnis dem Rat der Stadt Nürnberg. Damit dankte der aus den Niederlanden emigrierte Calvinist dem Rat für die freundliche Aufnahme. Der Typus des Doppelporträts und die genrehafte Darstellung einer gelehrten Tätigkeit stehen in der Tradition niederländischer Vorbilder.
The Nuremberg Writing Master Johann Neudörfer (1497-1563) with a pupil. Oil on canvas. Johann Neudörfer of Nuremberg was the most important writing master of his time. He is regarded as the founder of German calligraphy. As seen in the painting, he also engaged in mathematics. Neufchâtel presented the portrait to the Nuremberg Town Council. This was in gratitude for the friendly reception the Calvinist received after his emigration from the Netherlands. This type of double portrait and the genre-like depiction of a scholarly activity derive from traditions found in the Netherlands.
Literatur:
Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 328--330 mit älterer Literatur. — Kathke, Petra: Porträt und Accessoire. Eine Bildnisform im 16. Jahrhundert. Berlin 1997, S. 316 und Abb. 50. — Löcher, Kurt: Die deutschen Gemälde des 16. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Nachträge zum Bestandskatalog. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2000. Nürnberg 2000, S. 115. — Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg. 1400--1800. Ausst. im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg. Bearbeitet von Hermann Maué/Thomas Eser. Nürnberg 2002, S. 322, Kat. 110, mit Abb. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 215, 217, 401, Abb. 177. — Maria-Lisa Kinne/Roland Krischel/Stefan Neuner: Annäherung an ein Rätsel. Das Bildnis des Luca Pacioli von Jacopo de' Barbari. In: Wallraf-Richartz-Jb 86, 2015, S. 97, Abb. 16
 
 
3.3.130726