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Objekt / Inventarnr.: Gm2035

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Roséquartett (Gemälde)

Inventarnummer: Gm2035
Museen der Stadt Nürnberg
Hersteller: Oppenheimer, Max (1885-1954)
Datierung: 1924
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Maße: H. 140 cm; B. 139 cm; mit Rahmen: H. 144 cm; B. 142 cm
Sammlung: 19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Beschreibung:
Das Quartett ist beim Spiel. Je zwei sitzen links und rechts, die Paare benützen je ein eisernes gelb angestrichenes Notenpult. Die Noten sind aufgeschlagen. Links vorne der erste Geiger, ein älterer Herr mit weißem Haar und Bart und Zwicker in grauem Anzug nach rechts hin. Der zweite ein jüngerer Herr rückwärts in ähnlichem Anzug mit blondem Haar. Rechts vorn der Bratscher im Profil nach rechts im grünen Anzug. Dahinter der Cellospieler in grauem Anzug, er trägt eine Brille. Grauer Hintergrund.
Beschriftung:
Max Oppenheimer wirkt nach 1911 einige Jahre in Berlin, unter anderem als Mitarbeiter von Franz Pfemferts politisch-kultureller Wochenschrift "Die Aktion". Er ist ein passionierter Geigenspieler und befasst sich zeitlebens mit Darstellungen von Musikern und Orchestern. Zu seinem "Symphonieorchester" mit Gustav Mahler als Dirigenten schreibt Thomas Mann 1926 im "Berliner Tagblatt": "Es drängt mich, von der unglaublichen akustischen Wirkung des Bildes zu zeugen, der suggestiven Macht, mit der es das geistige Ohr des Beschauers halluzinatorisch mit der gesättigten, üppig kolorierten Klangmasse heutiger Instrumentalmusik erfüllt." 1924 malt Oppenheimer das Wiener Rosé Quartett. Der in Rumänien geborene Meistergeiger Arnold Rosé, ein Schwager von Gustav Mahler, ist bis zu seiner Emigration nach England 1938 jahrzehntelang Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Das von ihm gegründete Quartett erlangt nach 1905 Weltruf. Der Künstler verbindet die Portraits der Musiker mit einer abstrakten Raumkomposition. Ihre transparente Struktur wirkt im Zusammenspiel mit der stakkatohaften Rhythmik von Linien, Winkeln und Flächen wie eine Visualisierung der die Musiker umflutenden Schwingungen der Klänge.
Literatur:
Ursula Peters: Moderne Zeiten. Die Sammlung zum 20. Jahrhundert (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd. 3). Nürnberg 2000, S. 74. — Sudetendeutsche Kunstausstellung (Veröffentlichungen der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Bd. II). Nürnberg 1931, S. 23, Nr. 287. — Feuchtmüller, Rupert: Kunst in Österreich. Bd. 2. Wien/München/Basel 1973, Taf. 208. — Feuchtmüller, Rupert/Brandstätter Christian: Österreichs Aufbruch in die Moderne, 1880--1980. Wien 1980, Abb. S. 89. — Max Oppenheimer. 1885--1954. Ausst.Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien. Wien 1994, Abb. S. 147, S. 146 (Zitat von Oppenheimer aus: Max Oppenheimer, Menschen finden ihren Maler. Zürich 1938), S. 140 (Zitat von Thomas Mann aus Berliner Tagblatt (Abendausgabe), 12. Januar 1926). — Max Oppenheimer (MOPP). 1885--1954. Gemälde und Graphiken. Ausst.Kat. Stiftung Sidney und Jenny Brown, Baden/Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie moderner Kunst. München 1995/96, Kat. Nr. 21, Abb. S. 129. — Peters, Ursula: Das Streichquartett Arnold Rosés, gemalt von Max Oppenheimer. In: Monatsanzeiger Nr. 230, Mai 2000, S. 8--9, Abb. S. 9. — Peters, Ursula: Max Oppenheimer, Rosé Quartett. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 2000, S. 188--189, Abb. 13. — Quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien. Bearb. von Leon Bronstein/Werner Hanack. Ausst.Kat. Jüdisches Museum Wien/Yeshiva University Museum. New York 2003--2004, S. 60 (Abb.), S. 200. — Zeitschrift des Yeshiva University Museum. New York, Sommer 2004. Abbildung auf Titelseite. — Le Troisième Reich et la musique. Ausst.Kat. Musée de la musique. Paris 2004, S. 190--197, S. 242, Kat. Nr. 60, Abb. S. 178, S. 191. — La Música y El III Reich. De Bayreuth a Terezin. Ausst.Kat. Fundació Caixa Catalunya. Barcelona 2007, Abb. S. 198. — Anna Habánová (Hrsg.): Junge Löwen im Käfig. Künstlergruppen der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien in der Zwischenkriegszeit. Ausstellungsbuch — Oppenheimer, Max. In: AKL Online, Dok-ID: _00092322 (17.06.2011).
 
 
3.3.130726