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Objekt / Inventarnr.: Gm206

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Bildnis des Nürnberger Feldhauptmannes Sebald Schirmer (1501-1560) (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm206
Hersteller: Pencz, Georg (um 1500-1550)
Datierung: 1545
Ort: Nürnberg
Material/Technik: Malerei auf Lindenholz
Maße: H. 123,8 cm; B. 96 cm
Marke/Inschrift: - — "GP [ligiert]" — "SS" — -
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Bildnis des Nürnberger Feldhauptmannes Sebald Schirmer; Kniestück, sitzend, frontal, vor einer architektonisch gegliederten Wandnische, die auf dem Vorsprung in einem hochrechteckigen Feld eine Kartusche mit dem Wappen des Dargestellten zeigt. Er hat blaue Augen, kurzgeschorenes braunes Haar, vollen Bart und Schnauzbart. Er trägt einen Harnisch, aus dem an den Armröhren die Ärmel des darunter getragenen Wamses herausschauen, gelbe geschlitzte Hosen und gleichfarbene Strümpfe, einen schwarzen Mantel. Er legt seine Rechte auf die Sturmhaube, die seinen Kopf im Profil spiegelt. Zu seiner Linken ein Schwert, auf dessen Knauf er den mit einem Siegelring geschmückten Zeigefinger legt. Die Inschrift auf dem Originalrahmen rühmt die Verdienste des Dargestellten und des Malers. - Rechts im Bild eine Grisaillekartusche mit Schirmers Wappen, einer Mohrenbüste, darüber auf einem Schriftband: "AETATIS SVAE / XXXXIIII / 15 45", geteilt durch des Künstlers ligiertes Monogramm; auf dem Wappenring an seinem linken Zeigefinger oben das Monogramm des Dargestellten; die Inschrift, vier Distichen, auf dem Rahmen in goldenen Kapitalen lautet: "FORTIA PRO CELEBRI PATRIA TVLIT ARMA SEBALDVS. SCHIRMERVS TVRCAS MARCHIACOSQUE PREMENS. ILLIVS EXPRESSIT VIVOS IN IMAGINE VVLTVS. QVI NESCIT GRAPHICA PENZIVS. ARTE PAREM ILLE SED EFFIGIEM PATRIAE DONAVIT HABENDAM CVI SVA NOTA FIDES SANGVINE. CORDE MANV HVIC OPTAT PLACIDAE FOELICIAE TEMPORA PACIS. AVT FORTVNATOS IN PIA BELLA DVCES."
Beschriftung:
Zur Entstehungszeit des Bildes gehörte Pencz zu den gefragtesten Malern Nürnbergs. Mit dem Kunstgriff des im Helm gespiegelten Kopfes führt er sein Können vor. Damit spielt er auch auf den in der zeitgenössischen Kunsttheorie diskutierten Wettstreit der Künste an. Er beweist, dass die Malerei ein Objekt im Unterschied zur Skulptur von mehreren Seiten gleichzeitig zeigen kann. Die Rahmeninschrift rühmt die Verdienste Schirmers und die Fähigkeiten des Malers. Schirmer schenkte das Bildnis dem Nürnberger Rat für das Rathaus.
Portrait of the Nuremberg Commander Sebald Schirmer. Oil on limewood. Pencz was one of the most sought-after painters in Nuremberg. He shows off his artistic skills with the ingenious reflection of the head in the helmet. This is an allusion to the contemporary debate in art theory on the competition between the arts. Pencz demonstrates that painting as opposed to sculpture allows the viewer to see an object from several sides at once. The inscription on the frame extols the merits of Schirmer and the skills of the painter. Schirmer presented the portrait to the Nuremberg Council for the Town Hall.
Literatur:
Strieder, Peter: Tafelmalerei in Nürnberg 1350--1550. Königstein i. T. 1993, Nr. 187. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 397--400 mit älterer Literatur. — Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 158--159. — Hauschild, Stephanie: Spiegelbild und Schatten. Bildnisse von Sebald Schirmer und des Jakob Hofmann von Georg Pencz. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2004. Nürnberg 2004, S. 105--114. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 248--249, 404, Abb. 211.
 
 
3.3.130726