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Objekt / Inventarnr.: Gm2300

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Zwei Tafeln aus einer Folge von Bildern des Landlebens: Badehaus und Schlachtszene (Gemälde, Tafelgemälde)

Inventarnummer: Gm2300
Hersteller: Wertinger, Hans (um 1466-1533)
Datierung: um 1516 bis um 1525
Ort: Bayern; Landshut
Material/Technik: Malerei auf Erlenholz
Maße: H. 23,8 cm; B. 39,3 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Das Tafelgemälde zeigt eine Darstellung des Herbstes mit den für diese Jahreszeit typischen Aktivitäten des Bades, der Jagd und des Schlachtens. Bei der Jagd handelt es sich um eine sog. Stelljagd, bei der das Hochwild von Treibern auf eine mit Jagdzeug umstellte Fläche getrieben und dort erlegt wird. Die wochenlangen Vorbereitungen, der hohe Personal- und Materialaufwand machten die Stelljagd zu einem sehr kostspieligen Unterfangen. Von ungleich größerer Bedeutung als die Jagd- und Schlachtszene ist jedoch die Darstellung einer Badestube in der linken Bildhälfte. In ihrer Lebendigkeit und Genauigkeit der Beobachtung kann sie nur mit dem Frauen- und Männerbad Dürers von 1496/97 und den Jungbrunnendarstellungen Sebald Behams verglichen werden. Dennoch hebt sich Wertingers Gemälde deutlich von diesen beiden Werken ab.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Die Gemälde entstammen einer weiteren Bildfolge. Sie zeigen mit Jagd, Badehaus und Schlachtszene Darstellungen, die über Monatsbilder hinausgehen. Bei dem Zyklus handelte es sich wohl um eine Serie von höfischen Genreszenen adeliger Vergnügungen.
Summary: Two Panels from a Series of Rural Scenes. Painting on alder. The paintings come from a series of pictures. Hunting, bathing and slaughter scenes represent activities that go beyond the typical Labors of the Months. The cycle is probably a series of courtly genre scenes illustrating aristocratic pleasures.
Literatur:
Wescher, Paul: Ein weiteres Jahreszeitenbild zum Wertinger-Zyklus. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3.F. Bd. 8, 1957, S. 101--102. — Ehret, Gloria: Hans Wertinger. Ein Landshuter Maler an der Wende der Spätgotik zur Renaissance. München 1976, Nr. 14, 16, S. 30--33 (vermutet ein Jahreszeitenbild des "Sommers"; ohne Abb.). — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 549--550. — Hess, Daniel : Hans Wertinger. Jahreszeiten- oder Monatsbild mit Badehaus und Schlachtszene. Erwerbsbericht. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2004. Nürnberg 2004, S. 181--182. — Zander-Seidel, Jutta . In: Michael Roth u.a.: Splendor Solis. Die Handschrift 78 D 3 des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz. Kommentarband. Gütersloh/München 2005, S. 98--99, Abb. 5. — Daniel Hess/Oliver Mack/Markus Küffner: Hans Wertinger und die Freuden des Landlebens. In: Ausst. Kat. Enthüllungen. Restaurierte Kunstwerke von Riemenschneider bis Kremser Schmidt. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2008, S. 64-81, Abb. 25. — Daniel Hess in: Ausst. Kat. „Ewig blühe Bayerns Land“. Herzog Ludwig X. und die Renaissance, hrsg. Brigitte Langer/Katharina Heinemann. Regensburg 2009, Nr. 6.8 –6.10, S. 247-252 (zum gesamten Zyklus und seinem Kontext). — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 51, 220, 418, Abb. 446.
 
 
3.3.130726