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Objekt / Inventarnr.: Gm284

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Kreuzigung Christi (Gemälde, Tafelgemälde)

Inventarnummer: Gm284
Hersteller: Breu, Jörg d. Ä. (um 1475-1537)
Datierung: um 1520
Ort: Schwaben; Augsburg
Material/Technik: Malerei auf Nadelholz
Maße: H. 111,4 cm; B. 87,8 cm
Marke/Inschrift: "ANDREAS LIGSALTZ / 15 RENOVIERT. 82", darunter (heraldisch) rechts das Wappen Ligsalz: In Rot ein silberner (hier: weißer) Schrägbalken, darin ein schwarzer Pfeil; links das Wappen Pronner, das die Familie seit 1579 führte: Quadriert, 1. und 4. Stammwappen: In Gold (hier: Gelb) ein schwarzer Röhrenbrunnen auf (rotem) Dreiberg stehend, 2. und 3. in Silber (hier: Weiß) nebeneinander zwei rote Wecken. — "G.M.93." — "Gm.284"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Christus am Kreuz zwischen den Schächern. Die Inschrift "INRI" weist ihn als Jesus Nazarenus Rex Judaeorum (Jesus aus Nazareth, König der Juden) aus. Der linke, gute Schächer blickt zu ihm auf. Der rechte, unbußfertige, schaut verstockt nach unten. Ein Knecht steigt die Sprossen der Leiter hinauf, um dem guten Schächer mit einer Art Keule die Knochen zu brechen. Auch am rechten Kreuz lehnt eine Leiter. Vorne links die trauernden Frauen mit der die Hände ringenden Muttergottes. Johannes wird von einem Kriegsknecht bedroht. Im Hintergrund auf einem Pferd der Hauptmann, der Christus als Gottes Sohn erkennt. Sein Pferd ist gepanzert, Fürbug und Gelieger mit Goldstoff überzogen. Vor dem Kreuz vom Rücken gesehen der berittene Longinus, der Christus mit einer Lanze die Seitenwunde öffnete und den das an der Lanze herablaufende Blut sehend machte, d.h. bekehrte. Hinter dem Kreuz rechts Stephaton mit dem Essigschwamm, den er dem dürstenden Christus reichte. Johannes und die Frauen tragen ringförmige Heiligenscheine, Christus einen Strahlennimbus in Kreuzform. Mittelalterlicher Stadtprospekt (Jerusalem) und Goldgrund.
Beschriftung:
Personen und Geschehnisse werden wie in einem Passionsspiel vorgetragen. Mimik und Gestik dienen der Dramatisierung der Ereignisse. Laut Inschrift wurde das Gemälde 1582 renoviert. Es gehörte damals dem Münchner Bürgermeister Andreas Ligsalz.
Crucifixion of Christ. Painting on coniferous wood. People and events are presented as in a Passion play. Facial expressions and gestures serve to dramatize the scene. According to the inscription the painting underwent restoration in 1582. It belonged at that time to Andreas Ligsalz, the Mayor of Munich.
Literatur:
Denkschriften des Germanischen Nationalmuseums. Bd. 1 und 2, Leipzig 1856, S. 128. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1882, Nr. 433. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1885, Nr. 441. — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. 3. Auflage. Nürnberg 1893, Nr. 475. — Braune, Heinz: Katalog der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nürnberg 1909 , Nr. 284. — Buchner, Ernst: Jörg Breu als Maler. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Kunst. Hrsg. von Ernst Buchner/Karl Feuchtmayr. Bd. 2: Augsburger Kunst der Spätgotik und Renaissance. Augsburg 1928, S. 346--348, Abb. 250. — Lutze,Eberhard/Wiegand, Eberhard: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg: Die Gemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts. Text- und Bildband. Leipzig 1937, S. 31, Abb. 163. — Blankenhorn, Henriette: Die Renaissancephase Jörg Breu des Älteren. Phil. Diss. masch. Wien 1974 , S. 48. — Däubler, Claudia: Jörg Breu. In: Saur. Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 14, Leipzig--München 1996, S. 166. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 82--85. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 48, 417.
 
 
3.3.130726