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Objekt / Inventarnr.: Gm596

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Beschreibung des Probefeuerwerks von Johann Khonn (Gemälde)

Inventarnummer: Gm596
Hersteller: Furttenbach, Joseph d.Ä. (1591-1667)
Datierung: 1645
Ort: Ulm
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Maße: H. 129 cm, B. 124,5 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Zweispaltiger Text, abgefaßt von Jakob Honold (1599-1664): "Feürwerckh welches Herr Johann Khonn, den 26: Augusti Anno 1644 / in seinem Garten vff dem wörd, hat Abgehen Lassen. / [1. Spalte] Wann die Hoch Edle Kunst, der Natur thut Zustreichen: / Ob alls dann, (wird gefragt) die Natur müß außweichen: / Ob nit sie dannoch, die starckh oberhand behalt: / Bezwingen mög die Kunst, mit macht vnd mit gewalt: / Daruon hat man allzeit Vilfaltig Disputieret: / Die sach vff beede weg Scharpffsinnig außgefiehret. / Einmal ist das gewiß: die Natur vnd die Kunst, / seind beide Rühmens werth, verdienen Lob vnd gunst. / Die Kunst muß die Natur in großen Ehren halten, / Weil ohn dieselbig sie durchauß nichts kan Verwalten: / Es steckht in der Natur ihr fundament vnd grund, / Ohn welche sie nit kan bestehen eine stund. / Gleichwol ist die Natur gar willig vnd geflissen, / Ihr würckhung nach der Kunst, vnd nach des Meisters wissen / Zuerichten, Wunderbar: das man vermeinen soll, / die Kunst könd die Natur nur Zwingen, wie sie woll. / Thut nit das Feür, wann es angehet, gantz verzehren, / Was ihm nun kommet für: wer kan dasselbig wehren: / Mechanica die weist nach ihrer Kunst das Feür / zue zämen, das es sich nit stell so Ungeheür. / Das es vilmehr ein lust vnd Frewde mög erweckhen; / Jetzt Funckhle in der Lufft; bald schlag in allen eckhen; / Bald in dem Wasser leb, daruon es sonst erstirbt, / das kan Mechanica. drumb sie groß lob erwirbt. / Ein Meisterstuckh ist dir vor Augen hergestellet / A. [dieser Buchstabe befindet sich auf dem gemalten Rahmen] Von Herzen Johann Khonn, der hat sich sein gesellet / Zue der Mechanic, vnd gemachet diße prob: / dardurch erlanget er eins Büchsenmeisters lob. / Wie tritt er doch so frisch dem Feürwerckh vnter augen: / Besihet alles wol ob es Recht möge taugen: / vnnd weil er alles Just vnd wolbereit befündt, / Ist er der aller Erst der diß Feürwerckh anzündt. / [2. Spalte] Bald hört man in der Lufft groß Donneren vnnd Krachen: / Es blitzet allenthalb: Als dise wundersachen / B. sein sechs Järiger Sohn sah, laufft er in den Ring / zusehen, was werd sein der Außgang diser ding. / Die Kugel so zu sturm vnnd brandt ist zuberäidtet, / Wurd auch gezündet an: bald sie sich weit ausspräitet: / die handt legt selbsten an, beÿ diser wundersach, / C. der Kunstgeliebte Herr Josephus Furttenbach. / D. Joseph sein Junger Sohn ein knab erst von Eilf Jahren, / Begehret auch hierinn was däpffers zuerfahren, / Nam frisch, die von ihm selbs gemachte Feüresball, / schwung sie ins Wasser hin bald hört man ihren Knall. / E. Hans Ertlin diser Kunst liebhaber thet zugreiffen, / Vnnd zündet dorten an die schöne Feürespfeiffen: / wie theilten sie sich doch, vnd gaben Feür von fern, / nit anderst, als ob es vil hundert helle stern. / F. Joß Kallert wolt nit sein der wenigest, thet hollen / die Kunstliche Latern, vnd thun was ihm befohlen: / geschäfftig war der Mann, sich da, dan dort hinwendt, / vnnd zündet fleißig, biß das werckhe nam ein endt: / Alls dises war vollendt, vnd glückhlichen abgangen, / Wolt Herr Johannes Khonn mit grob Geschütz anfang[e mit Querstrich oben]. / der andern tag wurd ihm ein runde scheib gesetzt, / daran er seine Kunst mit Hagel hat gewetzt. / Er richtet sein geschütz zue der gesetzten scheiben, / Traff sie gewiß, vnnd thet die Kugel so weit treiben, / das die Hans Ertlin schier in seinem garten fand. / doch hat diß Gott verhüet durch sein genädig hand. / Nun gebe ferner glückh der Oberst Büchsenmeister / Der aller herzen Herr vnd ein Geist aller geister, / das Herr Johannes Khonn mit seiner Kunst vil nutz / dem Vatterland zue gut vnd deßen Feind zue Trutz. / (Schluß) Zue freündt=willigen Ehren gestellet / Von / M. Jacob Honold Prof. vnnd Præcept: / beÿ dem Gymnasio alhie." --- Das Bild, hat, genau wie Gm 595, zwei alte Metallschaniere, deren Verwendung unklar ist.
Literatur:
Andreas Tacke: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Mainz 1995, S.92--94, Nr. 40, mit Abb. und mit älterer Literatur.
 
 
3.3.130726