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Objekt / Inventarnr.: Gm885

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Bildnis des Nürnberger Malers Michael Wolgemut (Gemälde, Porträt)

Inventarnummer: Gm885
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Dürer, Albrecht (1471-1528)
Datierung: 1516
Ort: Franken; Nürnberg
Material/Technik: Malerei auf Lindenholz (Tilia sp.)
Maße: H. 29,8 cm; B. 28,1 cm
Marke/Inschrift: "Das hat albrecht durer abconterfet noch / seine(m) Lermeister michel wolgemut in jor / 1516 [und nach dem Tod Wolgemuts hinzugefügt:] vnd er was 82 jor / vnd hat gelebt pis das man / zelet 1519 jor do ist er ferschiden an sant endres dag [30. Nov.] frv ee dy / sun awff gyng". Bez. rechts unten "1516 / AD [= D in A]". — "Albrect Dürer Handt No 2", darunter mit Bleistift die Nr. 173; Klebezettel Slg. Praun, Pergament, mit der Nr. 120, darunter mit Bleistift die Nr. 139; Nr. 2399; BStGS Inv. 1822, Nr. 1196; 1855, Nr. 700; 1905, Nr. 1427; Pappkarton, genagelt, "Bildrahmen Z.R.1932 N° 52/3".
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Brustbild nach rechts, ohne Hände, vor grünem Grund. Er hat graugrüne Augen, trägt eine Schaube mit braunem Pelz und eine grauschwarze seidene Haarhaube. Wolgemut war der Lehrer Albrecht Dürers.
Beschriftung:
Mit diesem Bildnis setzte Dürer seinem Lehrer ein privates Denkmal. 1519 trug er in der Inschrift den Todestag Wolgemuts nach. Das Porträt ist ein Meisterwerk präziser Naturwiedergabe. Es dokumentiert Dürers künstlerisches Credo, dass die Kunst auf intensivem Naturstudium beruhe. Akribisch hielt er die Spuren des Alters von den geröteten Augenlidern bis zur erschlaffenden Haut fest. Im Widerspiel von verfallender Körperkraft und widerstehender Geisteskraft ist das Bildnis eines der eindruckvollsten Werke Dürers.
Portrait of the Nuremberg Painter Michael Wolgemut. Painting on limewood. Dürer painted this very personal portrait to honor the memory of his teacher. Later, in 1519, he added the date of Wolgemut's death to the inscription. The portrait is a masterpiece of precise realism. It documents Dürer's guiding principle that art is based on the exact study of Nature. He meticulously recorded the traces of aging, from the reddened eyelids to the loose skin. The contrast between declining physical strength and determined intellectual vigor makes this portrait one of Dürer's most impressive works.
Literatur:
Anzelewsky, Fedja: Albrecht Dürer. Das malerische Werk. Berlin 1991, S. 50, Nr. 132, S. 247, Abb. 161. — Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 210--212 mit älterer Literatur. — Gisela Goldberg/Bruno Heimberg/Martin Schawe: Albrecht Dürer. Die Gemälde der Alten Pinakothek. Heidelberg 1998, S. 417--429. — Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 134. — Dürers Mutter. Schönheit, Alter und Tod im Bild der Renaissance. Ausst. der Staatlichen Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett. Hrsg. von Michael Roth. Berlin 2006, S. 30, Nr. 4. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 83, 420, Abb. 51.
 
 
3.3.130726