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Objekt / Inventarnr.: Gm897

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Sigismund-Sebastian-Altar mit Nothelfern und Pestheiligen auf den Flügelbildern (Gemälde, Altarflügel)

Inventarnummer: Gm897
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Hersteller: Burgkmair, Hans d. Ä. (1473-1531)
Datierung: 1505
Ort: Augsburg
Material/Technik: Malerei auf Tannenholz (Abies sp.)
Maße: H. 116,6 cm; B. 57,9 cm
Marke/Inschrift: ein Zettel mit zweizeiliger Inschrift in der römischen Capitalis nachempfundenen Majuskeln: "SANNCTVS / ROCHIVS". — rotes Siegel mit den Initialen K S zwischen einer Krone über dem Wappen, Umschrift nicht lesbar.
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Flügel eines Sigismund-Sebastians-Altars: Linker Flügel, Innenseite: DIE HLL. EUSTACHIUS UND VALENTIN: Dem Eustachius erschien auf der Jagd ein Hirsch mit dem Kruzifixus zwischen den Stangen seines Geweihs. Der Jäger ließ von der Verfolgung ab, bekehrte sich mit seiner Familie zum christlichen Glauben und erlitt das Martyrium. Der Bischof Valentin heilte einen Fallsüchtigen (Epileptiker) und wird daher mit einem zu seinen Füßen liegenden Kranken, den er segnet, dargestellt. Goldgrund mit eingeritztem Maßwerk und Nimben. - Linker Flügel, Außenseite: HL. ROCHUS: Ein Engel pflegt die Pestwunden des Heiligen, der auf einer Pilgerreise in Italien erkrankte. In seiner Hand der Rosenkranz, am Hut die Abzeichen seiner Pilgerfahrt nach Rom: Veronikabild, gekreuzte Schlüssel mit der Tiara und Apostelbild. Er steht unter einem Portal aus schön geflammtem Rotmarmor. Der Rundbogen des oberen Abschlusses überschneidet sich mit den gekehlten Profilen der rechteckigen Leibung. Dunkler Grund.
Beschriftung:
Sammelkommentar: Das Triptychon war ein Auftrag des Kurfürsten Friedrich des Weisen von Sachsen. Im 17. Jh. kamen die Tafeln in die Kammergalerie des Kurfürsten Maximilian I. Das Triptychon wurde auseinandergenommen, einzelne Tafeln hat man angestückt und übermalt. Diese Ergänzungen wurden 1931/36 Jahren zum Teil wieder entfernt. Der Erhaltungszustand ist deshalb sehr unterschiedlich. So bewahrt das Mittelbild den Landschaftsgrund des frühen 17. Jh., während die Flügel die ursprüngliche Konzeption mit Goldgrund zeigen.
Summary: Sigismund Sebastian Altarpiece with Auxiliary Saints and Patron Saints of the Plague on the Wings. Painting on fir. The triptych was commissioned by Frederick the Wise, Elector of Saxony. The panels were moved to the Chamber Gallery of Elector Maximilian I in the 17c. The triptych was taken apart; pieces were added to individual panels and overpainted. Some of these restorations were removed again in 1931/36. This has led to large discrepancies in terms of age and state of preservation. Hence, the center picture retains the landscape background from the early 17th c. whereas the wings display the original painting with a gold background.
Literatur:
Der Königliche Bildersaal aus der Alt- Ober- und Niederdeutschen Schule in der Moritzkapelle zu Nürnberg. Nürnberg 1841 (1892--1841), Nr.44 (Gm 281), 105 (Gm 280). — Schorn, Ludwig: Der königliche Bildersaal in der St. Moritzkapelle zu Nürnberg. In: Kunstblatt, Jg. 10, 1829, Nr. 44 (Gm 281), 105 (Gm 280). — Parthey, Gustav: Deutscher Bildersaal. Verzeichniss der in Deutschland vorhandenen Oelbilder verstorbener Maler aller Schulen in alphabetischer Folge zusammengestellt. Bd. 1. Berlin 1863, S. 219, Nr. 15 (Gm 281), 22 (Gm 897), 25 (Gm 280). — Knackfuß, Hermann: Deutsche Kunstgeschichte, Bd. 1. Bielefeld/Leipzig 1888, Abb. 433 (Gm 281), S. 16. — Schmid, Alfred: Forschungen über Hans Burgkmair, Maler von Augsburg. Phil. Diss. München 1888, S. 22 f. — Janitschek, Hubert: Geschichte der deutschen Malerei (Geschichte der deutschen Kunst, Bd. 3). Berlin 1890, S. 424--425. — Gröschel, Julius: Der Meister des Fuggerhofes in Augsburg. In: Kunstchronik, N.F. Bd. 3, Nr. 30, 1891/92, Sp. 517. — Schmid, Heinrich Alfred: Kunsthistorisches: zu Julius Groeschel. In: Kunstchronik, N. F. Jg. 3, Nr. 32, 1892, Sp. 580. — Schmid, Heinrich Alfred: Hans Burgkmair d.Ä. In: Thieme--Becker, Bd. 5, 1911, S. 253. — Bach, Max: Über Martin Schaffner. In: Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte, N.F. Jg. 9, 1900, S. 442. — Bruck, Robert: Friedrich der Weise als Förderer der Kunst (Studien zur Kunstgeschichte, Bd. 45). Straßburg 1903, S. 296. — Heidrich, Ernst: Die Kunst in Bildern. Die altdeutsche Malerei. 200 Nachbildungen mit geschichtlicher Einführung und Erläuterungen. Jena 1909, S. 272, Abb. 169. — Rupe, Hans: Beiträge zum Werke Hans Burgkmairs des Älteren. Phil. Diss. Leipzig 1912, S. 53 f. — Weil, Ernst: Der frühe Schaffner. In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Jg. 13, Bd. 1, 1920, S. 306. — Burgkmair Das Malerwerk Hans Burgkmairs von Augsburg (Vorw. Friedrich Dörnhöffer, bearb. Karl Feuchtmayr). Staatl. Gemäldesammlung Augsburg u. Alte Pinakothek München, Kat. 8, Abb. 1920. - 13, Abb. 43. — Falk, Tilman: Hans Burgkmair. Studien zu Leben und Werk des Augsburger Malers. München 1968, S. 40--42. — Goldberg, Gisela: Veränderungen von Bildern der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. In: Städel-Jahrbuch, N.F. Bd. 9, 1983, S. 156--159. — Jakupski, Frank: Der Maler Hans Burgkmair d.Ä. Phil. Diss. Bochum 1984, S. 48--53. — Die Fürstenberg Sammlungen Donaueschingen. Altdeutsche und schweizerische Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts. Bearb. von Claus Grimm u. Bernd Konrad. München 1990, S. 33, Anm. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 111--116 (mit Abb.) mit älterer Literatur. — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 48, 332, 417, Abb. 15.
 
 
3.3.130726