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Objekt / Inventarnr.: Gm96

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Bauernhochzeit im Freien (Gemälde, Tafelgemälde)

Inventarnummer: Gm96
Hersteller: Brueghel, Pieter d. J. (1564/65-1637/38) oder Brueghel, Jan d. Ä. (1568-1625)
Datierung: um 1590
Ort: Brüssel oder Antwerpen
Material/Technik: Malerei auf Eichenholz (Quercus)
Maße: H. 34 cm; B. 43 cm
Marke/Inschrift: "Buracco arigi / nale Tedesco / Del Bruggher" — "Pierre Brueghel le Vieu[x]" — "96" — "Gm 986" — "Gm. 96"
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Eine bunte, fröhliche und auch berauschte Gesellschaft feiert die Hochzeit zweier aus ihrer Mitte. Im Hintergrund links vor einem zwischen Bäumen aufgespannten Tuch sitzt mit gefalteten Händen die Braut an einem Tisch. Herandrängende umringen sie, um ihr Geld und Geschenke zu überreichen, während eine Amtsperson die Hochzeitsgaben notiert. Im Vordergrund links spielen zwei Dudelsackpfeifer vier bäuerlichen Paaren zum Tanz auf. Im Mittel- und Hintergrund eine große Zahl feiernder Männer und Frauen. Rechts eine Häuserwand und Bäume.
Beschriftung:
Im 17. Jahrhundert florierte in den Niederlanden die Genremalerei. Einer ihrer wichtigsten Vorläufer war Pieter Bruegel d.Ä. (um 1525/30-1569). Auf sein Vorbild geht das Gemälde zurück. Die Söhne des Meisters schufen unzählige Fassungen des Bildthemas. So wurden Darstellungen von Bauernhochzeiten zu einem der Markenzeichen der Bruegel-Dynastie. Die Bauernsatire war Sinnbild der verkehrten Welt. Sie warnte vor Sünde und Sittenverfall.
Peasant Wedding in the Open. Oil on oak panel. Genre painting flourished in the Netherlands in the 17th century. One of its most important forerunners was Pieter Bruegel the Elder (ca. 1525/30-1569), whose influence is visible in this particular work. The sons of the master returned to this theme on countless occasions. Hence depictions of peasant weddings became the trademark of the Bruegel dynasty. The peasant satire symbolized a world turned upside down and warned against sin and moral decay.
Literatur:
Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Jahrgang 1904. Nürnberg 1904, Nr. 1, S. 4. — Braune, Heinz: Katalog der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nürnberg 1909, Nr. 96. — Glück, Gustav: Bruegels Gemälde. Wien 1932, S. 102--103 (Vergleichsbilder). — Die jüngeren Brueghel und ihr Kreis. Ausst. Galerie Sanct Lucas. Wien--Amsterdam 1935, S. 5--7. — Stridbeck, Carl G.: Bruegelstudien. Untersuchungen zu den ikonologischen Problemen bei Pieter Bruegel d. Ä. sowie dessen Beziehungen zum niederländischen Romanismus. Stockholm 1956, S. 214--220. — Exposition de tableaux de maitres flamand. Ausst.Kat. Brüssel 1959, o.S. — Marlier, Georges: Pierre Brueghel le Jeune. Brüssel 1969, S. 186--204. — Tolnay 1969, S. 357--359. — Alpers, Svetlana: Bruegel's Festive Peasants. In: Simiolus, 6, 1972-73, S. 163--176. — Miedema, Hessel: Realism and Comic Mode. The Peasant. In: Simiolus, 9, 1977, S. 205--219. — Alpers, Svetlana: Taking Pictures Seriously. A Reply to Hessel Miedema. In: Simiolus, 10, 1978-79, S. 46--50. — Bruegel. Un dynastie de peintres. Ausstellung im Palais des Beaux Artes. Brüssel 1980, S. 151. — Raupp, Hans-Joachim: Bauernsatieren. Entstehung und Entwicklung des bäuerlichen Genres in der deutschen und niederländischen Kunst ca. 1470--1570. Niederzier 1986, S. 223--244. — Haeften, Johnny van: Dutch and Flemish old master paintings. London 1994, Nr. 7. — Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 565--567. — Ertz, Klaus: Pieter Brueghel der Jüngere (1564--1637/38). Die Gemälde mit kritischem Oeuvrekatalog. Lingen 2000, S. 684--696, 722--736 (Darstellungen der Bauernhochzeit im Freien, ohne das Nürnberger Bild!). — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 225, 290, 446, Abb. 184.
 
 
3.3.130726