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Objekt / Inventarnr.: HG10420

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Kästchen mit der Darstellung Susannas im Bade (Egerer Kästchen)

Inventarnummer: HG10420
Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Johann Karl Haberstumpf (1656-1724)
Datierung: Anfang 18. Jh.
Ort: Eger
Material/Technik: Verschiedene Hölzer, teilweise gefärbt, Papierauskleidung
Maße: H. 13 cm; B. 32 cm; T. 24 cm
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Das achtseitige Kästchen wird am Rande des Deckels und in der Sockelzone von schwarz gefärbten Profilleisten eingefasst. In den Deckel mit Randschrägen von Wurzelmaserholz ist in einem schwarz gefärbten Rahmen eine Reliefintarsie mit der Darstellung der Susanna im Bade eingefügt. Die Intarsie ist aus Nussbaum, Obstholz, Ahorn, Wurzelmaserholz sowie gefärbten Hölzern zusammengesetzt. Die achtseitige Seitenwand ist an den Ecken von Wurzelmaserholz, auf den Flächen von einem Ahornfurnier verkleidet. In das Furnier sind als Intarsien Blütenzweige mit Vögeln, einzelne Blumen und Früchte mittels Ahorn, Buchsbaum, Nussbaum, Wurzelmaser und gefärbten Hölzern sowie mit gebrannten Schattierungen versehenen Hölzern eingelassen. Dazu ein Eisenschlüssel.
Beschriftung:
Möbel und Kästchen wurden nicht nur ornamental verziert, sondern häufig als Bildträger genutzt. Eine besondere Rolle spielten die Reliefintarsien, die seit dem frühen 17. Jahrhundert von Kunsttischlern der westböhmischen Stadt Eger gefertigt wurden. Sie kombinierten Flachschnitzerei und Intarsientechnik zu einer neuen Gattung. Die malerische Wirkung verschiedener Hölzer und Färbungen wurde durch die räumliche Tiefe der Reliefs ergänzt. Die meisten der Bilder gehen auf druckgraphische Vorlagen zurück.
Box with the Depiction of Susanna at her Bath. Various woods, some stained, paper lining. Furniture and small boxes were not only decorated with ornamental designs, the surfaces also afforded space for figural scenes. A special role was played by relief intarsia, crafted since the early 17th c. by cabinetmakers from the Western Bohemian city of Eger. They combined low relief carving with the intarsia technique to produce a new genre. The picturesque effect of various woods and stains was enhanced by the spatial depth of the relief. Most of the images are based on prints.
Literatur:
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 447, Abb. 540. — Reliefintarsien aus Eger. Für die Kunstkammern Europas. Ausst.Kat. Grassimuseum, Leipzig. Hrsg. v. Jochen Voigt. Halle (Saale) 1999, S. 237 u. S. 238, Anm. 1. — Voigt, Jochen: Für die Kunstkammern Europas. Reliefintarsien aus Eger. Halle/Saale 1999, S. 237 u. S. 327 (erwähnt bei Nr. III.7). — Eger. Eine ehemals freie Reichsstadt. Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunst aus dem Egerland. Eine Auswahl aus den Beständen des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Ausst.Kat. Egerer Landtag e. V. Amberg. Amberg 1984, Nr. VK 49, S. 229, Abb. 21. — Sturm, Heribert: Egerer Reliefintarsien (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Bd. 13). München 1961, S. 132 und Abb. 58--59.
 
 
3.3.130726