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Objekt / Inventarnr.: HG9758

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Tasse mit Untertasse aus Silber mit Emailmalerei

Inventarnummer: HG9758
Hersteller: Elias Adam (Goldschmied); Jakob I. Priester (?) (Emailmaler)
Datierung: um 1708/1710
Ort: Augsburg
Material/Technik: Silber, getrieben, vergoldet; Emailmalerei auf Kupfermantel
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Konisches Koppchen aus Silber mit schmaler, profilierter Lippe und kleinem, leicht gewölbten Fuß, der mit ziselierten Blatt- und Bandlwerkornamenten sowie Rosetten auf punziertem Grund dekoriert ist. Über die Wandung und unter die Lippe ist ein Kupfermantel geschoben, der als Träger der Emailmalerei dient. Er zeigt in drei aus einem dunklen, dicht mit großen Blumen bemalten Grund reservierten Medaillons südländische Hafenansichten mit Figurenstaffage. -- Der Rand der gefußten Unterschale ist in ähnlicher Weise wie der Fuß des Koppchens dekoriert, die Kehle entspricht in ihrer Dekoration dem Grund der Emailmalerei auf dem Koppchen und dient als Rahmen eines runden Medaillons, das den gesamten Spiegel einnimmt und ebenfalls mit einer Hafenszene bemalt ist. -- Die Hafenveduten auf dem Koppchen gehen teilweise auf Radierungen von von Melchior Küsel (1626-1683) nach Johann Wilhelm Baur (1607-1642) zurück, wobei nicht ganz klar ist, welche Ausgaben benutzt wurden (siehe auch Literatur). Konkret sind Motive von folgenden Stichen übernommen: Paläste am Hafen mit Statue (Küsel, Iconographia 1670, Bl. 134; Hollstein XX, Nr. 401-446), dieses Blatt variiert mit dem Titel Arriva zu Neapoli alla Piazza di Spagne (Küsel, Underschidliche Prospecten 1681, Bl. 24; Hollstein XX, Nr. 519); Eine Arriva und anfahrt zu Genoua und Pallazz der Sig.ri Spinola (Küsel, Underschidliche Prospecten 1681, Bl. 23; Hollstein XX, Nr. 518); Ein theijl des Palazz Villa Mena genant (Küsel, Underschidliche Prospecten 1681, Bl. 25; Hollstein XX, Nr. 521). -- Klaus Pechstein schreibt die Malerei dem Augsburger Goldarbeiter und Emailmaler Jakob I. Priester (um 1660-1726) zu (Ausst.Kat. Coburg 1981, S. 25 und Deutsche Goldschmiedekunst 1988, S. 200). Dies relativiert Ulrike Weinhold, die die Motive zwar ebenfalls in die Nähe Priesters rückt, aber für eine gesicherte Zuschreibung zu wenig Anhaltspunkte gegeben sieht (Weinhold 2000, S. 141).
Literatur:
Ulrike Weinhold: Emailmalerei an Augsburger Goldschmiedearbeiten von 1650 bis 1750. München-Berlin 2000, S. 52-55 (zu Jakob I. Priester), S. 140-141, Kat. 50, Abb. 99-100 — Deutsche Goldschmiedekunst vom 15. bis zum 18. Jahrhundert aus dem Germanischen Nationalmuseum. Katalog zur Ausstellung in Hanau, Ingolstadt und Nürnberg 1987/1988, bearbeitet von Klaus Pechstein u.a. Berlin 1987, S. 200. — email international. Ausst. Kat. Kunstverein, Coburg 1981, S. 25, Nr. 19. — Germanisches Nationalmuseum. 89. Jahresbericht. Nürnberg 1943, S. 49-52, Abb. 28. — Zu den Vorlagen: Augsburger Barock. Ausst. Kat. Rathaus/Holbeinhaus, Augsburg 1968, S. 420-421, Nr. 612. — - Zu den Vorlagen: F. W. H. Hollstein (Begr.): Hollstein's German Engravings, Etchings and Woodcuts. Ca. 1400-1700, Bd. 20, Amsterdam 1977, Nr. 301-446, Nr. 495-535. — Melchior Küsel: IOHANN WILHELM BAUREN UNDERSCHIDLICHE PROSPECTEN WELCHER IN DENEN [...] ITALIAE [...] NACH DEM LEBEN GEZEICHNET [...]. Augsburg 1681 (Vorlagen, siehe Beschreibung) — Melchior Küsel: IOANNIS GVILIELMI BAVRN ICONOGRAPHIA COMPLECTENS [...] PROSPECTVS RAISSIMORVM PORTVVM [...]. Augsburg 1670 (Vorlagen; siehe Beschreibung)
 
 
3.3.130726