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Objekt / Inventarnr.: MI408

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Glasharmonika

Inventarnummer: MI408
Datierung: um 1820
Ort: Deutschland oder Böhmen
Material/Technik: Gehäuse, Deckel, Vorderverschluss, Beine: Fichte mit Kirschbaumfunier; Tretvorrichtung: Kirschbaum; Glocken: farbloses Glas
Maße: Länge Gehäuse::124 cm
Sammlung: Musikinstrumente
Beschreibung:
Gehäuse, flacher Deckel, am Gehäuse befestigter herunterklappbarer Vorderverschluss, vier Beine mit viereckigem Querschnitt; an beiden Schmalseiten des Gehäuses je ein Kasten mit abnehmbarem Deckel; im linken Kasten: Kurbelwelle, Schwungrad, untere Riemenscheibe, obere Riemenscheibe an der Glockenspindel; Pleuelstange aus Metall; Tretvorrichtung und Arm zur Befestigung der Pleuelstange in Museumswerkstätten ergänzt. An der Eisenspindel 44 Glocken; Umfang: f-c4; Glocken für chromatische Töne mit vergoldeten Rändern; in die Glocken a0-c1, es1-fis1, gis1-b1, c2-b2, c3-d3 und e3 sind Tonbuchstaben eingeschliffen, die für jede Glocke den darunterliegenden Halbton angeben; an den Glocken zwischen dem Glas und dem Korken ein grüner Farbstoff, dieser fehlt bei c4, c4 außerdem mit leicht unterschiedlicher Glasfärbung, gehört vermutlich nicht zum ursprünglichen Satz; Instrument steht einen Halbton unter der heutigen Normalstimmung. Weitere Beschreibung siehe Lit.
Beschriftung:
Ein Pedaltritt versetzt mehrere Glasschalen in Drehung, die auf einer gemeinsamen Achse montiert sind. Mit den feuchten Fingern am Rand berührt, erzeugen sie einen schwebenden, modulierbaren Ton. Dieser sollte verschiedene Gefühlszustände hervorrufen, die sich manchmal bis zur Hysterie steigern konnten. Der Magnetiseur Mesmer nutzte die Töne für Therapien. W. A. Mozart komponierte für die Glasharmonika, Hegel, Schiller und Goethe schrieben über sie. Der Erfinder des Instruments war Benjamin Franklin.
Glass Harmonica. Case spruce with cherry veneer; 44 glass bowls chromatic from f - c4. Pushing on the foot-operated treadle sets several glass bowls mounted on the same axle in motion. Touching the rims with moist fingers produces an ethereal sound capable of being varied. This was supposed to elicit various emotional states, leading at times even to hysteria. The magnetizer Mesmer employed the sounds in therapy work. W. A. Mozart composed for the glass harmonica; Hegel, Schiller and Goethe wrote about it. Benjamin Franklin invented the instrument.
Literatur:
Anzeiger des Germanischen Nationalmuseum, 1971/72, S. 202. — van der Meer, John Henry: Verzeichnis der Europäischen Musikinstrumente im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Band 1. Hörner und Trompeten, Membranophone, Idiophone. Wilhelmshaven 1979, S. 130, 219 (=Bestandskatalog). — Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 370, 377, 473, Abb. 336.
 
 
3.3.130726