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Objekt / Inventarnr.: MM109

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Doppelbildnis des Humanisten Dietrich von Plieningen mit seiner Ehefrau Anna von Memmersweiler (Glasgemälde, Stifterscheibe )

Inventarnummer: MM109
Hersteller: Hans Kamberger (?)
Datierung: um 1500
Ort: Heidelberg
Material/Technik: weißes und farbiges Hüttenglas, Bemalung mit Schwarzlot, Silbergelb und Eisenrot
Maße: H. 47 cm, B. 37 cm
Marke/Inschrift: theoderit(us) de plieningen leg[um professor et / eques] assessor iudicy camere re[alis et uxor sua / legitima] anna de mem(m)erswiler ha[nc fenestram in dei et sanc]toru(m) honore[m] fieri cura(ve)ru(n)t a[nno 1499]
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Die Stifterscheibe zeigt den Humanisten Dietrich von Plieningen mit seiner Frau Anna von Memmersweiler in Brustbildnissen hinter einer steinernen Brüstung zwischen zwei Säulen, auf denen eine Astwerkarkade mit daran aufgehängten Wappenschilden der Stifter aufruht. Die im Vergleich zu anderen spätgotischen Stifterscheiben singuläre Form ist offenbar einem spezifischen Vorbild geschuldet: Dem berühmten Tafelgemälde mit dem sog. Gothaer Liebespaar, das rund 15 Jahre vor der Stifterscheibe ebenfalls in Heidelberg entstanden sein dürfte. Die im Vergleich zu anderen Doppelbildnissen irritierende Ausrichtung der beiden Partner nach rechts ist durch den ursprünglichen Standort des Glasgemäldes im nördlichen Chorfenster der Pfarrkirche in Kleinbottwar, Schwaben, bedingt. Die Kirche und ihre Verglasung gehört zu einer Reihe kleiner, aber reichausgestatteter Neubauten um 1500, die die Orts- und Patronatsherren auf ihre Kosten errichten ließen. Kirche und Verglasung sind eine Stiftung des Heidelberger Humanisten und Hofrates Dr. Dietrich von Plieningen, der mit seiner Frau zur Chorachse und zum Hauptaltar blickt.
Literatur:
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus älterer Zeit. 2. Auflage. Nürnberg 1898, S. 16. — Rüdiger Becksmann: Vitrea dedicata. Das Stifterbild in der deutschen Glasmalerei des Mittelalters. Berlin 1975, S. 84, Farbtaf XII. — Rüdiger Becksmann: Die mittelalterlichen Glasmalereien in Schwaben von 1350 bis 1530 (CVMA Deutschland I, 2). Berlin 1986, S. LVIII, 107, 368. — Daniel Hess: Meister um das "mittelalterliche Hausbuch". Studien zur Hausbuchmeisterfrage. Mainz 1994, S. 112f. — Rüdiger Becksmann: Deutsche Glasmalerei des Mittelalters I: Voraussetzungen, Entwicklungen, Zusammenhänge. Berlin 1995, Nr. 71, S. 217f. — Daniel Hess. In: Ewig blühe Bayerns Land - Herzog Ludwig X. und die Renaissance. Ausst.Kat. Stadtresidenz Landshut. Regensburg 2009, Nr. 3.2, S. 187-188. — Daniel Hess: Glasmalerei im Dialog der Künste: das Germanische Nationalmuseum und seine Glasgemäldesammlung. In: Collections of stained glass and their histories, Bern u.a. 2012, S. 125-137.
 
 
3.3.130726