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Objekt / Inventarnr.: MM714

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Tempelgang Mariens aus dem Augustiner-Chorherrenstift Langenzenn (Glasgemälde, Rechteckscheibe)

Inventarnummer: MM714
Datierung: um 1410/1420
Ort: Nürnberg
Material/Technik: farbige Hüttenglas, stark reduzierte Schwarzlotmalerei, geringe Spuren von Außenbemalung
Maße: mit zugehöriger Bekrönung MM 715: H. 120,1 cm, B. 46,1 cm; lichte Maße mit zugehöriger Bekrönung MM 715: H. 117,4 cm, B. 43,7 cm; lichte Höhe unteres Feld: 84,4 cm; lichte Höhe oberes Feld: 30,4 cm; Tiefe: 1,2 cm
Sammlung: Malerei bis 1800 und Glasmalerei
Beschreibung:
Die hochrechteckige Scheibe zeigt den in den apokryphen Kindheitsevangelien (Protev. 7,1) und in der Legenda aurea überlieferten Tempelgang der dreijährigen Jungfrau Maria. Wie in vielen Bildbeispielen des 14. und 15. Jh. begleitet sie ihre Mutter Anna. Außergewöhnlich ist die Hl. Geist-Taube, die Maria zum Empfang entgegenfliegt (vielleicht eine Reminiszenz an die wunderbare Speisung der Tempeljungfrau durch einen herabschwebenden Engel, der Maria das himmlische Brot bringt, wie Scholz, 2002, vermutet). Abweichend von der geläufigen Bildtradition - wenngleich in den Texten angelegt - ist auch die Darstellung der Treppenstufen als Altarstufen. Zusammengehörig mit MM 715
Beschriftung:
In Begleitung ihrer Mutter tritt die dreijährige Maria in den Tempeldienst ein. Bis auf die Heiliggeisttaube und die Darstellung der Treppe als Altarstufen folgt die Szene der Bildtradition. Die Scheibe ist durch Witterung und Reinigung beschädigt. Sie stammt aus dem Kreuzgang des Augustiner-Chorherrenstift Langenzenn. Die Anklänge an den dortigen Marienaltar und die Stifterkonsolen im Chor der Kirche machen den Zusammenhang der verschiedenen Bildgattungen deutlich.
The Presentation of the Virgin in the Temple. Accompanied by her mother, the threeyear-old Mary is presented in the temple. With the exception of the Holy Ghost as a dove and the depiction of the stairs as altar steps, the scene ollows pictorial tradition. The glass panel has been damaged by weathering and leaning. It comes from the cloisters of the Augustinian Collegiate Church in Langenzenn. The allusions to the Lady altar and the donor consoles in the chancel of the church underline the relationship between the various pictorial genres.
Literatur:
Martin Kautzsch: Anfänge der Glasmalerei in Nürnberg und Franken von 1240-1450. Diss. Halle 1931, S. 33, 45 (auf dem Weg zu Münnerstadt; dem Nürnberger Stil näherstehend, um 1390-1400). — Europäische Kunst um 1400. Ausst.Kat. Kunsthistorisches Museum. Wien 1962, S. 233-234, Nr. 228 (wichtiger Repräsentant der böhmisch gefärbten Glasmalerei auf fränkischem Boden; Nürnberg, Werkstattkreis von St. Sebald, um 1390). — Hartmut Scholz. Die mittelalterlichen Glasmalereien in Mittelfranken und Nürnberg extra muros (CVMA Deutschland X,1). Berlin 2002, S. 281, Abb. 432 (Nürnberg um 1410/20; Nähe zu Tafelmalereien und Konsolenbüsten in Langenzenn). — Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 2). Nürnberg 2007, S. 346, 347,433, Kat. 452, Abb. 316.
 
 
3.3.130726