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Objekt / Inventarnr.: T1592

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Roter Samtmantel mit Goldstickerei (Überkleidung (Herren))

Inventarnummer: T1592
Datierung: 1560-80
Material/Technik: Seidensamt, rot, Futter und Einlagen Bastfaser, Metallstickerei, Borten Seide, Metallfäden
Maße: L. 81,5 cm
Beschreibung:
Vollrund geschnittener Umhang aus rotem Seidensamt, der beiderseits der Mitte in zwei Bahnen in Webbreite verarbeitet ist, an die für die gewünschte Form links und rechts je zwei weitere Segmente angesetzt sind. Sämtliche Kanten sind umlaufend mit einem 5,5 cm breiten Randstreifen aus Maureskenmotiven bestickt, der sich geringfügig schmäler am Stehkragen fortsetzt. An die mit silbernen und vergoldeten Metallfäden in Anlegetechnik ausgeführte Stickerei ist als außerer Abschluss eine aus roter Seide und Goldfäden gewebte Borte angesetzt. Futtergewebe aus rötlicher Bastfaser.
Beschriftung:
Der rote Seidensamt, die üppige Weite und die Goldstickerei sprechen für einen Mantel aus Adelskreisen. Ähnliche Bordüren mit Maureskenmotiven begegnen seit den 1560er Jahren vermehrt auf den Garderoben europäischer Hofbildnisse. Der Mantel besaß wohl zusätzlich ein repräsentatives Seiden- oder Pelzfutter.
Red velvet coat with gold embroidery. The red silk velvet, the fullness of cut and the gold embroidery suggest this is a cloak worn in aristocratic circles. Similar edgings with moresque motifs are increasingly encountered from the 1560s on in the attires seen in European court painting. The cloak probably also had a prestigious silk or fur lining.
Literatur:
In Mode. Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock. Hrsg. von Jutta Zander-Seidel. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2015, S. 115-116, 280-281 (technologische Angaben, Kat.-Nr. 56. — Die Renaissance im deutschen Südwesten. Zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg. Ausstellung des Badisches Landesmuseums Karlsruhe im Heidelberger Schloss. Karlsruhe 1986, Bd. 2, S. 830, Nr. Q 27. — Janet Arnold: Patterns of Fashion. The cut and construction of clothes for men and women c. 1560 – 1620. London 1985, S. 35, 50, Nr. 30. — Eva Nienholdt: Kostümkunde. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber (Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde 15). Braunschweig 1961, S. 44-46, Abb. 35. — Aufgang der Neuzeit. Deutsche Kunst und Kultur von Dürers Tod bis zum Dreissigjährigen Kriege 1530 – 1650. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Bielefeld 1952, S. S. 119, Nr. M 152. — Sigrid Flamand Christensen, Die männliche Kleidung in der süddeutschen Renaissance (Kunstwissenschaftliche Studien 15). Berlin 1934, Abb. 11. — Emma von Sichart: Praktische Kostümkunde in 600 Bildern und Schnitten. Nach Carl Köhler. München 1926, S. 281, Abb. 328. — Walter Fries: Die Kostümsammlung des Germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg. Besprochen aus Anlaß ihrer Neuaufstellung im Jahre 1924. In: Anzeiger GNM 1926, S. 33, Abb. 19. — Anzeiger GNM 1898, Nr. 4, S. 39.
 
 
3.3.130726