Beschreibung
Eine beschriebene, illustrierte Postkarte, auf deren Bildseite ein Liedtext mit berühmten Persönlickeiten der deutschen Geschichte und Wotan / Odin dargestellt ist. Letzterer steht links neben dem Text und ist mit ausladendem Flügelhelm, Augenklappe und Speer dargestellt. Er wird von seinen zwei Wölfen Freki und Geri sowie den beiden Raben Huginn und Muninn begleitet. Über dem Text ist ein einköpfiger Reichsadler zu sehen. Rechts davon ist Bismarck dargestellt, welcher einen Hut trägt und von einem seiner "Reichshunde" begleitet wird. Hinter ihm ist eine Eiche zu sehen. Unter dem Text sind, jeweils in gleichförmig rundem Eichenlaub gerahmt, drei Porträts. Links ist Karl der Große dargestellt, mittig Friedrich Barbarossa und rechts Martin Luther. Darunter befindet sich eine freie Fläche für handschriftliche Mitteilungen.
Folgende Beschriftungen sind aufgedruckt:
---Adressseite--- (Karte gelaufen, von Leipzig nach Worms)
"Deutsche Reichspost. / Postkarte. // An // in / Wohnung: / (Straße und Hausnummer)."
---Bildseite---
"Wotan - Bismarck. / Mel. Sind wir vereint zur frohen Stunde / Wo ist der Wotan der Germanen, / Der Sturm- und Donnergott, sagt an, / Dem Opfer brachten unsere Ahnen, / Dem sich gebeugt der deutsche Mann? / Zog er zum fernen Nordlandstrande, / Wo wild der freie Sturmwind saust? / O nein, er blieb im deutschen Lande: / Im grünen heil'gen Wald er haust. / Geborgen tief im stillen Grunde / Träumt er von deutscher Herrlichkeit. / Die Wipfel lauschen in der Runde, / Wenn wild er raunt von Kampf und Streit / Er braust daher in Frühlingswettern, / Durchblitzt des Sommers grüne Pracht / Er schreitet stumm in dürren Blättern / Und liest im Stern der Winternacht. / Er kann sein Deutschland nicht vergessen, / Und droht uns Not und Schlachtenbraus, / Tritt er in Liebe unermessen / als deutscher Mann ins Volk hinaus! / In Karl und Barbarossa sahen / Die Väter ihn ihrem Kreis, / In Luther mußt' er wieder nahen, / Zu kämpfen für uns Deutsche heiß! / Heil uns, auch unsre Augen schauen / Den auferstand'nen Donnergott, / Wie zuckt es unter seien Brauen / Von kühnem Mut und grimmem Spott! / Wie loht in seinem großen Herzen / Die Liebe heiß für's Vaterland, / Mit Blut und Eisen, Wunden, Schmerzen / schuf er das Reich im Schlachtenbrand! / Dann zog er heim in grüne Hallen, / im Sachsenwalde haust er nun, / von seinem großen Erdenwallen / Beim Wipfelrauschen auszuruh'n! / Uralte Sagen, Frühlingskränze / umweben seine Erzgestalt, / Und neu erklingt mit jedem Lenze / das Lied vom Alten tief im Wald. // KARL DER GROSSE / FRIEDRICH BARBAROSSA / MARTIN LUTHER // M.R.Co. // Druck und Verlag con / Breitkopf und Härtel in Leipzig. // Flugblätter Nr. 44. / Zeich. v. Joh. Gehrts. / Gedicht von Gottfried Doehler."
Ein Flugblatt mit gleichem Motiv befindet sich in der Graphischen Sammlung, Inv.Nr. HB15296.