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Objekt / Inventarnr.: WI305

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Galgenmännlein; Alraune; Mandragora (Talisman; Amulett)

Inventarnummer: WI305
Maße: H. 11,8 cm, B. 4 cm
Sammlung: Waffen und Jagdkultur
Wiss. Instrumente und Medizingeschichte
Beschreibung:
Galgenmännlein in einem neueren laternenartigen Kästchen. Die Bezeichnung Galgenmännlein geht auf die Vorstellung zurück, wonach die Alraune aus dem Sperma oder Harn eines gehenkten Diebes unter dem Galgen wächst. Der Volksglaube maß der menschengestaltigen Alraunenwurzel vielfältige glücksfördende und unheilabwehrende Eigenschaften zu. Die als Männchen bzw. Püppchen geformte Alraunen dienten als Talismane und Amulette. Der Besitz einer oder mehrerer Alraunen-Männer und/oder Alraunen-Frauen verhalf, so glaubte man, dem Eigentümer zu Wohlstand und Ansehen und schützte vor Unheil. Es war nicht unüblich, dass ein Alraunenmännchen in gläsenen Kästchen aufbewahrt wurde, um es als "Hausgeist" täglich zu beobachten. In dieser Funktion wird möglicherweise auch diese kleine Alraune Verwendung gefunden haben. (Focus Behaim Globus II, P.J. Bräunlein)
Literatur:
Focus Behaim Globus, bearb. von Johannes Karl Wilhelm Willers, Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Nürnberg 1992, Bd. 2, S. 945, Kat.Nr. 5.145 (Peter J. Bräunlein) — Heinrich Marzell: Alraun, in: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens, Bd. 1, Berlin/Leipzig 1927, Sp. 312-324
 
 
3.3.130726