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Objekt / Inventarnr.: Z2096

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Gießform für eine Lichterform / Zinngießerhandwerk

Inventarnummer: Z2096
Datierung: 19. Jh.
Ort: Ansbach (?)
Material/Technik: Eisen, Stahl, geschmiedet, geprägt, poliert
Maße: Lges: 46 cm; Bmax: 15 cm; L Hohlform: 29 cm; Durchm. Hohlform: 2,3 cm
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Das Objekt besteht aus drei Einzelteilen: 1.) Zwei zylindrisch-zapfenförmigen Hälften der Gießform für einen zylindrischen Gusskörper mit einem konisch zulaufendem Ende. Eine der Gießformhälften mit eingeprägtem Schriftzug -L HOHENNER ANSBACH- sowie der Zahl -8-. 2.) Ein zylindrischer Stab mit abgesetzter Spitze, die in einen kurzen, zylindrischen Stift übergeht. Der Stab muss in die Gießform gesteckt werden, seine äußere Kontur entspricht der inneren des potenziellen Gusses. Nur wenn der Stab in der Gießform steckt, entsteht ein funktionaler Hohlkörper für so genannte Lichter (vgl. unten). Am oberen Ende des Stabes sitzt eine Schelle mit Flügelschraube zur Fixierung des Stabes in der Gießform.
Literatur:
Damen Conversations Lexikon, Band 6. [o.O.] 1836, S. 351: "Lichter, Cylinder von Talg, Wachs, Walrath oder Palmwachs, in deren Mitte ein leinener oder baumwollener Docht ist, welcher beim Anzünden die nächstgelegene Schicht des nichtflüssigen Talges oder Wachses schmelzt und durch die Zwischenräume seiner eigenen Substanz zum Gipfel führt, woselbst sie durch die Hitze der angezündeten Flamme in Gas versetzt, diese sie selbst zerstörende Flamme immerfort ernähren. Die Bereitung ist nach der Substanz sowohl als nach der größeren oder geringeren Stärke, die man ihnen geben will, verschieden und trennt sich hauptsächlich im Gießen und Ziehen. Das Gießen ist sehr einfach und wird in vielen Haushaltungen vorgenommen. Lichtformen aus Zinn, inwendig von der höchsten Politur, daher über einen Dorn von Stahl, welchem der reinste Glanz gegeben worden ist, gegossen - werden senkrecht aufgestellt mit der kleinen Oeffnung unten, mit der großen nach oben gerichtet; der Docht von Baumwolle locker gedreht und mit Wachs bestrichen, wird durch die untere Oeffnung gebracht, mit einem kleinen Knebel befestigt, straff angezogen und über ein schmales Hölzchen gespannt, welches quer über der obern weiten Oeffnung gelegt, den Docht genau in der Mitte der Form erhalten muß. Gießt man nun die geschmolzene, nicht zu heiße Masse in die Form, so kann man nach dem Erkalten das ganze Licht ohne Mühe aus derselben ziehen, und nachdem man mit einem scharfen Messer die Unebenheit des untern Randes hinweggeschafft hat, ist das Licht fertig." — Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (8) 1868, S. 251
 
 
3.3.130726