Beschreibung
Zylindrischer Becher auf drei Kugelfüßen mit steiler Wandung, die sich leicht konisch nach oben weitet und einem flachen Wölbdeckel. Die Wandung zeigt ein breites, horizontal umlaufendes Reliefband mit Blumen. Als Deckelfigur firmiert ein plastisches, sich auf ein stehendes Hufeisen stützendes Pferd. Die Inschriftenplatte der Deckelinnenseite weist den Text -Nürnberg Anno 1698 Adj 21 July, ist ein Erbar und Tugensame Frau Barbara, eine gebohrne Häßlin, weyland deß Erbarn u Fürnehmen Hannß Sperlings Wirth und Gastgeber zum Weißen Rösslein und guldnen Huffeisen Ehelich gewessene Haußfrau, Seele in Gott verschiden und hat diesen Becher dennen allhiesigen Löblichen Herrn Wirthen und Gastgebern zu einem Andencken hinderlaßen- auf. Außen auf dem Deckelrand das Meisterzeichen sowie ein Tremolierstrich. Auf der Bodenunterseite das Beschauzeichen -N- und das Meisterzeichen sowie ein Tremolierstrich.
Der Becher wurde 1698 von Barbara, geb. Hößlin, Ehefrau des Hans Sperling, Wirt zum weißen Rößlein und zum Goldenen Hufeisen dem Handwerk der Wirte und Gastgeber vererbt. Anspielung auf die Vorbesitzerin in der Deckelbekrönung: Pferd und Hufeisen beziehen sich auf die Namen der Gasthäuser ihres Mannes. Vgl. Ratstotenbuch 49, S. 314, Pfarrei St. Lorenz, Eintrag 1698.07.26: "Die Erbar und Tugendsam Frau Barbara, deß Erbarn Johann Spörling, Wirth und Gastgeb zum Gulden Hufeisen beym Weißen Rößlein seeligen hinderlaßener Wittib gegen dem Neuen Bräuhaus über".