Eine versteckte Botschaft
Was einst in diesem Kästchen verwahrt wurde, ist heute nicht mehr bekannt. In solchen mit Eisenbeschlägen und Schlössern gesicherten Schatullen wurden im Mittelalter persönliche Wertgegenstände oder wichtige Urkunden aufbewahrt. Dass es sich beim Inhalt um Zeugnisse der Liebe handelte, lässt die Bildszene auf der Innenseite des Deckels vermuten. Doch könnte auch das Kästchen selbst eine Liebesgabe gewesen sein.
Die vier Figuren…

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Notkleidung
Not macht erfinderisch – was das bedeuten kann, macht dieser Wintermantel deutlich. Er steht beispielhaft für die Notkleidung der 1940er Jahre. Im Zweiten Weltkrieg und danach waren Stoffe und Kleidung Mangelware. Sie wurden seit Kriegsbeginn rationiert und nur noch gegen Bezugsscheine abgegeben. Die Textilproduktion für militärische Zwecke hatte Vorrang. Bei Bombenangriffen, auf der Flucht und durch Plünderungen waren große Kleidermengen verloren gegangen. Außerdem spendeten viele Menschen im Krieg Stoff zur Wiederverwendung. Das alles hatte zur Fo…

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Abhilfe für steife Beine
Was auf den ersten Blick wie eine Beinrüstung erscheint, ist tatsächlich ein medizinisches Hilfsmittel aus dem 16. Jahrhundert. Seine Bauweise und sein Aussehen leiten sich vom Harnisch, besser bekannt als Ritterrüstung, ab. Ein entscheidender Unterschied ist jedoch die offene Rückseite. Reste von Lederriemen lassen erkennen, dass man das Bein auf der Hinterseite festzurren konnte. Wahrscheinlich schützte ein ledernes Futter vor Reibung. Das Harnischinstrument erzielte seine therapeutische Wirkung durch die beiden seitlich…

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Gezielte Provokation
Man kann sich vorstellen, wie schockierend eine solche Zeichnung vor mehr als 100 Jahren wirkte. Zwar waren unbekleidete Frauen in der Kunst der damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches. Meist waren sie aber in allegorischen Rollen und klassischen Posen in eine Bildhandlung eingebunden. Die so unverhüllt erotische Darstellung einer Frau jenseits des klassischen Schönheitsideals war dem Publikum bis dahin fremd.
Der österreichische Maler Egon Schiele…

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Von der Rennbahn ins Kinderzimmer
Modern, ja fast futuristisch erscheint das Automobil-Spielzeug, das August Geigenberger 1903 entworfen hat (Entwurfszeichnung LGA9847/3). Es ist stromlinienförmig und auf einfache Formen und Farben reduziert. Dennoch entbehrt es nicht eines gewissen Humors, beispielsweise durch die überlangen Arme des Fahrers. Um 1900 waren Automobile noch kein alltäglicher Anblick, und viele Menschen standen ihnen skeptisch gegenüber. Seit 1895 gab es allerdings in Frankreich schon e……

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Mahnen und Verlocken
Die Liebesgöttin Venus und Amor, der oft als ihr Sohn gilt, stehen nackt in einer Landschaft. Der kleine Amor hat eine Honigwabe aus einem Bienenstock in einem Baumstamm gestohlen. Nun greifen ihn die Insekten an. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wendet er sich an seine Mutter, die tadelnd den Zeigefinger erhoben hat. Die lateinische Inschrift oben rechts erklärt die Bedeutung des Bildes: „Dass Amor, während er den Honig aus der Höhle stahl von den Bienen in den Finger gestochen…

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Blick in fremde Häuser
Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind äußerst selten. Das GNM besitzt gleich vier Exemplare aus dieser Zeit, von denen das Stromersche Puppenhaus am besten erhalten ist. Der Name rührt von der letzten Besitzerfamilie her, weil die ursprünglichen Auftraggeber nicht bekannt sind. Am Giebel ist als Datierung 1639 vermerkt. Zwar erinnern einige architektonische Details an Nürnberger Häuser des 17. Jahrhunderts, jedoch ahmt das Puppenhaus kein reales Gebäude nach. Die einheitliche Größe der Wirtschaftsräume kann…

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Botschafter des Glaubens
Bartholomäus ist einer der zwölf Jünger, die Jesus zu Aposteln ernannte und sie mit der Verbreitung der christlichen Glaubensbotschaft beauftragte. Die Tonfigur gehört zu einer Serie von zwölf sitzenden Aposteln, von denen sich heute sechs in der Sammlung des GNM befinden. Ursprünglich hielt Bartholomäus ein Messer in seiner rechten Hand, ein Verweis auf sein Martyrium. Auch die anderen Apostel waren anhand solcher für sie jeweils typischen Attribute zu erkennen. Doch obwohl die meisten dieser…

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Die Gegenwart des biblischen Geschehens
Das Bild vermittelt einen lebendigen Eindruck von einer Bürgerstube des 15. Jahrhunderts. Der Münchner Stadtmaler Gabriel Mälesskircher versetzt die Erzählung aus dem Neuen Testament in die spätmittelalterliche Gegenwart. Vertraute Dinge des täglichen Lebens sollten Gläubigen das biblische Geschehen näherbringen.
Ursprünglich gehörte die Tafel vermutlich zu einem Marienretabel in der Klosterkirche Tegernsee…

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