Gezielte Provokation
Man kann sich vorstellen, wie schockierend eine solche Zeichnung vor mehr als 100 Jahren wirkte. Zwar waren unbekleidete Frauen in der Kunst der damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches. Meist waren sie aber in allegorischen Rollen und klassischen Posen in eine Bildhandlung eingebunden. Die so unverhüllt erotische Darstellung einer Frau jenseits des klassischen Schönheitsideals war dem Publikum bis dahin fremd.
Der österreichische Maler Egon Schiele…

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Abhilfe für steife Beine
Was auf den ersten Blick wie eine Beinrüstung erscheint, ist tatsächlich ein medizinisches Hilfsmittel aus dem 16. Jahrhundert. Seine Bauweise und sein Aussehen leiten sich vom Harnisch, besser bekannt als Ritterrüstung, ab. Ein entscheidender Unterschied ist jedoch die offene Rückseite. Reste von Lederriemen lassen erkennen, dass man das Bein auf der Hinterseite festzurren konnte. Wahrscheinlich schützte ein ledernes Futter vor Reibung. Das Harnischinstrument erzielte seine therapeutische Wirkung durch die beiden seitlich…

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Funktion und Formvollendung
Sowohl die Höhe als auch der Neigungswinkel der Platte sind bei diesem Ständerschreibtisch aus der Mitte des 18. Jahrhunderts verstellbar. Deswegen kann man ihn als Vorläufer unserer heutigen ergonomischen Stehpulte bezeichnen. Unter der Schreibfläche befindet sich ein Kasten mit zwei Schubladen, in dem man Zubehör ablegen kann. Der gedrechselte Standfuß ist schmal und lässt viel Beinfreiheit. Aber mindestens genauso wichtig wie die komfortable Nutzung war…

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Blick in fremde Häuser
Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind äußerst selten. Das GNM besitzt gleich vier Exemplare aus dieser Zeit, von denen das Stromersche Puppenhaus am besten erhalten ist. Der Name rührt von der letzten Besitzerfamilie her, weil die ursprünglichen Auftraggeber nicht bekannt sind. Am Giebel ist als Datierung 1639 vermerkt. Zwar erinnern einige architektonische Details an Nürnberger Häuser des 17. Jahrhunderts, jedoch ahmt das Puppenhaus kein reales Gebäude nach. Die einheitliche Größe der Wirtschaftsräume kann…

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Momentaufnahme des Hebammenwesens
Der mit Hebammen-Utensilien gefüllte Koffer gleicht einer Zeitkapsel. Er dokumentiert den Stand der Geburtsmedizin im Winter 1944/45. Seine Besitzerin war die Hebamme Elisabeth Dudek, genannt Elise, die den Koffer im oberschlesischen Gieschewald (pol. Giszowiec) bei Kattowitz einsetzte. Im April 1945 floh Dudek in den Westen, wo sie dann in der klinischen Krankenpflege tätig war, allerdings nicht mehr als Hebamme. Im Rentenalter überließ Frau Dudek ihren Koffer dem letzten, 1945 von ihr in Gieschewald zur Welt…

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Die Jagd, ein fürstliches Vergnügen
Die fürstliche Leidenschaft für das Jagen bestimmt das Bildprogramm dieses Pokals aus der Zeit um 1720. Auf der Schale, auch Cuppa genannt, und am Fuß des Pokals sind in flachem Relief Jagdszenen zu sehen. Der Schaft ist als Eichenstamm ausgebildet, und auch auf dem Deckelknauf steht eine Eiche mit belaubter Krone. Um den Baum herum spielt sich eine dramatische Szene mit mehreren Figuren ab: Zwei Jäger reiten auf eine Gruppe aus drei Hunden und einem gewaltigen Hirsch zu, der…

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Krieg als Spiel
Die Rüstungen erscheinen wehrhaft und funktional, waren für den Krieg jedoch völlig ungeeignet. Mit Eisenplatten von bis zu neun Millimetern sind sie viel zu schwer – in der Schlacht verwendete man wesentlich dünnere und leichtere Rüstungen. Zudem schränkte der fest verschraubte Helm die Sicht so ein, dass man einem Angriff von der Seite schutzlos ausgeliefert wäre. Die Zweikämpfe, für die diese Rüstungen geschaffen wurden, fanden vor großem Publikum statt. Sie waren speziell für den Reiterkampf im Turnier bestimmt.
Turniere, die sich in Europa……

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Papagei und Königin
Der reich bemalte dreibeinige Klapptisch aus den Niederlanden, dort als „flap-aan-de-wand“ bezeichnet, hat eine zwölfeckige Tischplatte. Ein auf einem Kirschbaum sitzender Papagei im Blumenkranz schmückt die Oberseite. Auf der Unterseite ist die alttestamentarische Szene des Besuchs der Königin von Saba bei König Salomo gemalt. Lehnte der Tisch zusammengeklappt an der Wand, sah der Betrachter die biblische Darstellung. Als Vorlagen dafür dienten Handwerkern Bilderbibeln. Möbel mit alttestamentarischen Szenen waren typisch für di……

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Klare Botschaft
Ein Plakatentwurf, der durch seine radikale Einfachheit überzeugte: Mit diesem Motiv gewann der junge Plakatkünstler Jupp Wiertz 1916 den dritten Preis eines von der AEG ausgelobten Wettbewerbs. Zuvor hatte das Elektrounternehmen noch ganz in kaiserzeitlicher Tradition mit der Göttin des Lichts für seine Glühbirnen geworben. Unter dem Produktdesigner Peter Behrens, seit 1907 künstlerischer Berater der AEG, änderte das Unternehmen seine Werbestrategie. Jupp Wiertz entsprach ganz den Vorstellungen von Peter…

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