Beschreibung
Zimmertür; einfacher Türrahmen aus Föhrenholz mit 2 mm starkem Eichenfurnier und Profilleisten aus Eichenholz. Auf der Rückseite zwei geschweifte schmiedeeiserne Bänder, Schloss verloren. Zwei hochrechteckige, übergeschobene Füllungen aus Föhrenholz, auf der Vorderseite 1,5 mm starkes Erlenholz-, auf der Rückseite Riegelahornfurnier. Obere Türfüllung: in rundbogiger äußerer Rahmung aus Zwetschgenholz ein innerer Rollwerkrahmen aus Ulmen-Wurzelmaser, zum Teil angebrannt. In den Bogenzwickeln Mauresken aus Ahorn. Der innen rechteckige Rollwerkrahmen läuft außen in Aufbiegungen und Rollen aus, wobei die unteren und seitlichen Rollen sich aus dem Rahmen entwickeln, während oben mehrere Rollen ohne Zusammenhang übereinandergetürmt werden. Die seitlichen, in der Mitte geschlitzten Rollen aus Zwetschgen-, Apfel- und Zedernholz sind um einen dünnen Stab gewickelt; durch die oberen aus den gleichen Hölzern ist ein Schraubenschlüssel-artiger Gegenstand geschoben. Die untere Leiste des Rollwerkrahmens ist in ihrer Gesamtlänge röhrenartig nach vorn umgeschlagen und an den Seiten abgeschrägt; die unten auslaufenden Rollen aus Nussbaum und Apfelholz. Aus dem Rahmen hängen Zweige aus Zwetschgenholz mit Blättern aus Maulbeer, Nelkenblüten aus Mahagoni und Früchten aus Apfelholz. Das Innere nahezu quadratische Feld füllt eine zur Mittelachse symmetrische Maureske aus Zwetschgenholz, deren dünne, sich zu Blättern erweiternde Ranken in der Mitte emporwachsen, sich nach oben verzweigen und seitlich bis auf den Grund zurückfallen. Untere Türfüllung: in einer zentralperspektivisch dargestellten Torbogenarchitektur aus Zwetschgenholz ein Mittelfeld mit einer Maureske desselben Holzes, die ein strenges, kräftiges Bandwerk aus Nussbaum durchdringt. Die Pfosten der Bogenstirnseite gegliedert mit einem Diamantquader über rundbogiger Blende und mit schmalem Kämpferprofil, der keilförmige Schlussstein des Bogens ebenfalls in Form eines kräftig profilierten Diamantquaders. In den Zwickeln Blattornamente aus Ahorn. Die Maureske ebenso wie das Bandwerk symmetrisch zur Mittelachse; ihre Ranken entwickeln sich ähnlich wie in der oberen Füllung; die Ornamentik im einzelnen jedoch ausgewogener und graziler als dort.
Die Tür gewinnt Bedeutung als gesichertes Zeugnis der seltenen oder doch wenig bekannten Nürnberger Intarsienarbeiten des 16. Jahrhunderts. Sie stammt aus dem zweiten Stock des im wesentlichen dem 16. Jahrhundert entstammenden Hauses Obere Wörthstraße 21 und wurde unter den modernen Farbanstrichen erst erkannt, nachdem sie zu Brennholz zerhackt und zersägt war. Bei der anschließenden Restaurierung in den Werkstätten des GNM wurden die verlorenen Teile des Rahmens und der Profilleisten ergänzt, außerdem ein 2 cm breiter und 30 cm langer Streifen des linken Randes der oberen Füllung. In der unteren Füllung wurde ein nicht ursprünglicher rundbogiger Katzendurchlass geschlossen und ein nach oben anschließender ausgebrochener 30 cm langer schmaler Spalt ausgefüllt.