Ähnlich, aber einzigartig
Wilhelm Lehmbruck schuf 1911 eine lebensgroße weibliche Aktplastik aus Gips, die er Die Kniende nannte. Begleitend fertigte er mehrere Büsten der Knienden, die sich durch Material und Oberflächendetails unterscheiden. Das Exemplar im GNM besteht aus gelblichem Ton. Obwohl die Bearbeitungsspuren der Figur Einzigartigkeit verleihen, stellte Lehmbruck keine konkrete Person dar. Vielmehr zeigt die Büste eine universelle menschliche Geste. Die Frau hat ihre Augen geschlossen und den…

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Alles begann mit Aufseß …
Hans von und zu Aufseß war der Gründer und bis 1862 der erste Direktor des Germanischen Nationalmuseums. Als Nachkomme eines reichsritterlichen Geschlechts, widmete er sich bereits während seines Jura-Studiums mit großer Leidenschaft historischen Forschungen und verwaltete die Familiengüter. Seine umfangreiche Privatsammlung aus Kunst- und Altertumsschätzen sowie Büchern, Handschriften und Archivalien bildete den Grundstock für das Museum, welches heute mit mehr als 1,4 Millionen Objekten das größte…

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Gezielte Provokation
Man kann sich vorstellen, wie schockierend eine solche Zeichnung vor mehr als 100 Jahren wirkte. Zwar waren unbekleidete Frauen in der Kunst der damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches. Meist waren sie aber in allegorischen Rollen und klassischen Posen in eine Bildhandlung eingebunden. Die so unverhüllt erotische Darstellung einer Frau jenseits des klassischen Schönheitsideals war dem Publikum bis dahin fremd.
Der österreichische Maler Egon Schiele…

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Die Zeit im Gepäck
Zu der Zeit, als diese Klappsonnenuhr hergestellt wurde, waren mechanische Räderuhren bereits weit verbreitet. An Kirchtürmen und städtischen Rathäusern gaben sie den Takt des öffentlichen Lebens vor. Trotzdem blieben die zuvor für die Zeitmessung verwendeten Sonnenuhren weiterhin in Gebrauch. Vor allem auf Reisen waren solche leichten und gut transportablen Klappsonnenuhren unentbehrliche Begleiter. Der eingebaute Kompass half bei der für die Zeitbestimmung nötigen Nord-Süd-Ausrichtung.
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Freigeist Heine
Denkmäler sind mit Öffentlichkeit und kollektiver Erinnerung untrennbar verbunden. Nationen, Länder oder Städte stellen ihre Helden und Heldinnen auf einen Sockel, um damit an eine Person, ihr Handeln und Wirken auf und für die Gemeinschaft zu erinnern. Mit dieser kleinformatigen Figur des Dichters Heinrich Heine greift Theodor von Gosen auf eine Tradition zurück, Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft oder Philosophie als Sitzfiguren zu porträtieren. Mit der Feder in der Hand wirkt die kleine Bronze wie eine…

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Die Kunst der Minne
Eine Gartenlandschaft wird zur Spielwiese einer ausgelassenen, in Gruppen arrangierten Hofgesellschaft. Dass das bunte Treiben einen erotischen Hintergrund hat, lässt schon ihre Aufmachung erkennen: Die figurbetont-modische Kleidung der jungen Männer ist ebenso aufreizend wie die tiefen Kleiderdekolletés der Hofdamen. Ihre Spiele folgen den Gesetzen der Minne. Darunter versteht man das an den Höfen des Hochmittelalters zur Kunstform entwickelte Liebeswerben um eine…

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Schritt für Schritt
In der Barockzeit gehörte neben Fechten und Reiten auch der Tanz zur Bildung der gehobenen Schichten. Der Tanzlehrer bzw. Tanzmeister gab Takt und auch Ton auf der Geige an, um die korrekten Schrittfolgen und Bewegungen zu unterrichten. Wollte er die Hände frei haben, um beispielsweise die typischen grazilen Armbewegungen vorzuführen, konnte er die kleine Geige einfach in seine Rocktasche stecken. In Frankreich wurden diese Instrumente deshalb „Pochette“ genannt: Täschchen.

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Von der Idee zum Werk
Bis ins kleinste Detail entwirft der Goldschmied Wenzel Jamnitzer mit dieser Zeichnung eine reich geschmückte Prunkschale. Solche sogenannten Visierungen waren wichtige Schritte im Werkprozess. Mit ihnen baten Künstler um die Freigabe eines Entwurfs, bevor sie mit der Ausführung begannen. Jamnitzer hatte den Auftrag für den Tafelaufsatz vom Nürnberger Rat erhalten.  Am 14. Dezember 1549 bekam er für das fertige Werk die nach damaligen Verhältnissen astronomische Summe von 1228 Gulden und 10…

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Momentaufnahme des Hebammenwesens
Der mit Hebammen-Utensilien gefüllte Koffer gleicht einer Zeitkapsel. Er dokumentiert den Stand der Geburtsmedizin im Winter 1944/45. Seine Besitzerin war die Hebamme Elisabeth Dudek, genannt Elise, die den Koffer im oberschlesischen Gieschewald (pol. Giszowiec) bei Kattowitz einsetzte. Im April 1945 floh Dudek in den Westen, wo sie dann in der klinischen Krankenpflege tätig war, allerdings nicht mehr als Hebamme. Im Rentenalter überließ Frau Dudek ihren Koffer dem letzten, 1945 von ihr in Gieschewald zur Welt…

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