Ein selbstbewusster Kavalier
Im frontalen Gegenüber malte sich Rembrandt mit einer Halsberge (einem „Panzerkragen“ aus Metall) und einer Liebeslocke. Er zeigt sich damit im Kostüm des höfischen Kavaliers. Bei der Liebeslocke, die an Rembrandts verschatteter Kopfseite auf die Schulter herabfällt, handelte es sich um einen Trend der aristokratischen Männermode. Rembrandts Abstammung war jedoch keineswegs adelig. Mit der Kostümierung und dem direkten Blick aus dem Bild zum Betrachter markiert das Nürnberger Bildnis einen Wendepunkt in Rembrandts…

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Notkleidung
Not macht erfinderisch – was das bedeuten kann, macht dieser Wintermantel deutlich. Er steht beispielhaft für die Notkleidung der 1940er Jahre. Im Zweiten Weltkrieg und danach waren Stoffe und Kleidung Mangelware. Sie wurden seit Kriegsbeginn rationiert und nur noch gegen Bezugsscheine abgegeben. Die Textilproduktion für militärische Zwecke hatte Vorrang. Bei Bombenangriffen, auf der Flucht und durch Plünderungen waren große Kleidermengen verloren gegangen. Außerdem spendeten viele Menschen im Krieg Stoff zur Wiederverwendung. Das alles hatte zur Fo…

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Die Gegenwart des biblischen Geschehens
Das Bild vermittelt einen lebendigen Eindruck von einer Bürgerstube des 15. Jahrhunderts. Der Münchner Stadtmaler Gabriel Mälesskircher versetzt die Erzählung aus dem Neuen Testament in die spätmittelalterliche Gegenwart. Vertraute Dinge des täglichen Lebens sollten Gläubigen das biblische Geschehen näherbringen.
Ursprünglich gehörte die Tafel vermutlich zu einem Marienretabel in der Klosterkirche Tegernsee…

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Erst der Einband, dann das Buch
Der Prunkeinband entstand mehrere Jahrzehnte bevor das dazu gehörige Buch überhaupt geschaffen wurde. Gestiftet hatten ihn Kaiserin Theophanu und ihr minderjähriger Sohn Otto in die Abtei Echternach bei Trier. Hier entstand um 1030 auch die Handschrift dafür, der berühmte Codex Aureus. Das „goldene Buch“ ist eine Evangelienschrift, deren Bezeichnung wörtlich zu verstehen ist: Die Mönche der Abtei Echternach schrieben sie mit Goldtinte auf purpurfarbene Seiten. Das reich bebilderte…

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Ein schlichtes Kleid?
Fast ohne Zier kommt dieses lachsfarbene Kleid aus hochwertigem Seidentaft aus. Durch die Reduktion der Ornamente wird das Wesentliche zur Schau gestellt. Es war passgenau für seine Trägerin geschneidert und umspielte schmeichelnd ihre Körperform. Nur die Brustpartie und die Ärmel liegen eng an, während der restliche Stoff frei fallen kann. Die Schleppe des Kleids macht deutlich, dass es sich um ein Festgewand handelt. Schließlich findet man am Rücken doch noch ein Zierelement: Die Reihe von seidenbezogenen…

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Ein Zimmer zieht um
Als im Jahr 1901 die gesamte Inneneinrichtung eines barocken Wohnhauses in Aachen versteigert wurde, erwarb das Germanische Nationalmuseum den „kleinen Gobelinsaal“. Die geschnitzten Wandvertäfelungen aus Holz und die Bildteppiche wurden ins Museum transferiert, wo sie bis heute den ursprünglichen Raumeindruck wiedergeben. Nur die stuckierte Decke sowie die Möbel fehlen. Ein Kamin aus einem Schloss in Lüttich ergänzt das Ensemble, da das Original in Aachen verblieb. Die Holzsichtigkeit der V……

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Beschützerin der Kunst
Die römische Göttin Minerva – bei den Griechen bereits als Athene verehrt – galt in der antiken Mythologie als Hüterin des Wissens und Göttin der Weisheit. Darüber hinaus sprach man ihr auch Einfluss auf die Geschicke des Staates und die taktische Kriegsführung zu. Entsprechend wehrhaft ist sie hier mit einem prächtigen Federhelm, einem Schuppenpanzer und wadenhohen Stiefeln ausgerüstet. Ihr Schild ist mit dem Haupt der Medusa geschmückt, dessen Anblick der Sage nach alle Gegner zu Stein erstarren ließ.
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Ein Evangelist als Maler
Der heilige Lukas sitzt an einer Staffelei und malt die Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Sie sitzt an einem Kaminfeuer in einem Nebenraum, dessen Türöffnung die Szene wie ein Bild einrahmt. Die beiden Räume sind so angelegt, dass zwischen Maler und Modell kein Blickkontakt möglich ist. Dies ist als Hinweis zu verstehen, dass Lukas die Gottesmutter nicht leibhaftig vor sich hatte, sondern eine göttliche Erscheinung malte. Die Darstellung…

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Krieg als Spiel
Die Rüstungen erscheinen wehrhaft und funktional, waren für den Krieg jedoch völlig ungeeignet. Mit Eisenplatten von bis zu neun Millimetern sind sie viel zu schwer – in der Schlacht verwendete man wesentlich dünnere und leichtere Rüstungen. Zudem schränkte der fest verschraubte Helm die Sicht so ein, dass man einem Angriff von der Seite schutzlos ausgeliefert wäre. Die Zweikämpfe, für die diese Rüstungen geschaffen wurden, fanden vor großem Publikum statt. Sie waren speziell für den Reiterkampf im Turnier bestimmt.
Turniere, die sich in Europa……

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