Der lange Ton
Die Bassposaune von Isaac Ehe aus dem Jahr 1612 beeindruckt in vielerlei Hinsicht, zunächst durch ihre schiere Größe. Würde man das vollständig verbaute Rohr ausrollen, hätte es eine Länge von über 4,20 m. Um die Tonhöhe bei einer Posaune zu regulieren, verändert man die Rohrlänge beim Spielen, indem man zwei U-förmige Rohrteile am unteren Ende gegeneinander verschiebt. Spielt man die tiefsten Töne einer Bassposaune, muss der Zug so weit hinausgeschoben werden, dass der durchschnittliche Arm eines Menschen fast zu kurz ist. Dafür…
Die Kunst der Minne
Eine Gartenlandschaft wird zur Spielwiese einer ausgelassenen, in Gruppen arrangierten Hofgesellschaft. Dass das bunte Treiben einen erotischen Hintergrund hat, lässt schon ihre Aufmachung erkennen: Die figurbetont-modische Kleidung der jungen Männer ist ebenso aufreizend wie die tiefen Kleiderdekolletés der Hofdamen. Ihre Spiele folgen den Gesetzen der Minne. Darunter versteht man das an den Höfen des Hochmittelalters zur Kunstform entwickelte Liebeswerben um eine…
Statussymbol Schreibtisch
Barocke Prunkschreibtische aus dem 18. Jahrhundert sind beeindruckende Kunstwerke. Eleganz und Funktionalität vereinend, zeichnen sich die luxuriösen Möbelstücke durch kunstvolle und komplexe Dekorationstechniken und edle Materialien aus. Als Schreib- und Arbeitsfläche wurden sie zwar vorwiegend in Privaträumen aufgestellt und genutzt, fungierten aber zugleich als Statussymbol, indem sie den Stand und vor allem den Reichtum seiner Besitzer zur Schau stellten.
Auftrag……
Die Zeit in der Tasche
Dosenuhren wie diese machten im Mittelalter zum ersten Mal die Uhrzeit immer und überall verfügbar. Zuvor bestimmten große Turmuhren an Kirchen und Rathäusern den Takt des öffentlichen Lebens. Grundlage dafür war eine der bahnbrechendsten Innovationen des Mittelalters, die Erfindung der mechanischen Räderuhr. Welche Auswirkungen diese Erfindung auf alle Bereiche des Lebens hatte und wie sie unser Zeitverständnis bis heute prägt, verrät die DigitalStory …
Ein Gewerbe stellt sich vor
Die Klapptafel gehörte den Nürnberger Fassmachern. Im Streiflicht erkennt man eine untere Malschicht mit der Jahreszahl 1568. Das Objekt wurde über längere Zeit benutzt und mindestens zweimal umgearbeitet. Auf der linken Außenseite der Klapptafel steht eine Inschrift, die sich auf die Abnehmer und den Nutzen von Fässern bezieht. Rechts wird die Handwerksherberge beschrieben: als Anlaufstelle für wandernde Gesellen, als Versammlungsort des Handwerks, sowie als Informationszentrum für…
Die Zeit im Gepäck
Zu der Zeit, als diese Klappsonnenuhr hergestellt wurde, waren mechanische Räderuhren bereits weit verbreitet. An Kirchtürmen und städtischen Rathäusern gaben sie den Takt des öffentlichen Lebens vor. Trotzdem blieben die zuvor für die Zeitmessung verwendeten Sonnenuhren weiterhin in Gebrauch. Vor allem auf Reisen waren solche leichten und gut transportablen Klappsonnenuhren unentbehrliche Begleiter. Der eingebaute Kompass half bei der für die Zeitbestimmung nötigen Nord-Süd-Ausrichtung.
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Ist das Spiel für alle da?
Auf dem doppelseitigen Brett sind zwei sehr unterschiedliche Spiele vereint: Mühle und Gänsespiel. Während Mühle rein strategisch ist und keinen Zufall beinhaltet, hängt das Gänsespiel ganz vom Würfelglück ab. Das Objekt wird auf das 1. Drittel des 17. Jahrhunderts datiert und stammt aus dem süddeutschen Raum. Brettspiele waren damals in allen gesellschaftlichen Schichten beliebt. An den Fürstenhöfen bestanden die Bretter aus kostbaren Materialien wie Elfenbein, Ebenholz und Perlmutt. Sie zeigten den Wohlstand ihrer…
Freigeist Heine
Denkmäler sind mit Öffentlichkeit und kollektiver Erinnerung untrennbar verbunden. Nationen, Länder oder Städte stellen ihre Helden und Heldinnen auf einen Sockel, um damit an eine Person, ihr Handeln und Wirken auf und für die Gemeinschaft zu erinnern. Mit dieser kleinformatigen Figur des Dichters Heinrich Heine greift Theodor von Gosen auf eine Tradition zurück, Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft oder Philosophie als Sitzfiguren zu porträtieren. Mit der Feder in der Hand wirkt die kleine Bronze wie eine…
Ein Zimmer zieht um
Als im Jahr 1901 die gesamte Inneneinrichtung eines barocken Wohnhauses in Aachen versteigert wurde, erwarb das Germanische Nationalmuseum den „kleinen Gobelinsaal“. Die geschnitzten Wandvertäfelungen aus Holz und die Bildteppiche wurden ins Museum transferiert, wo sie bis heute den ursprünglichen Raumeindruck wiedergeben. Nur die stuckierte Decke sowie die Möbel fehlen. Ein Kamin aus einem Schloss in Lüttich ergänzt das Ensemble, da das Original in Aachen verblieb. Die Holzsichtigkeit der V……