Spitzweg: der Scheinheilige
Ein Mönch vor einer Kirche betet neben einer Mutter mit ihrem Kind – so der Anschein. Der zweite Blick offenbart die entblößte Schulter der Frau. Das weiße Hemd und das Licht betonen ihre nackte Haut. Carl Spitzweg war ein Meister der Anspielung und Doppeldeutigkeit. Verbirgt sich hinter der scheinbar idyllischen und harmonischen Szene also eine Kritik an der Doppelmoral der Kirche und ihrer Vertreter? Das gotische Gotteshaus ist nur mehr eine schöne und schmückende Ruine in einer romantisch…

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Schritt für Schritt
In der Barockzeit gehörte neben Fechten und Reiten auch der Tanz zur Bildung der gehobenen Schichten. Der Tanzlehrer bzw. Tanzmeister gab Takt und auch Ton auf der Geige an, um die korrekten Schrittfolgen und Bewegungen zu unterrichten. Wollte er die Hände frei haben, um beispielsweise die typischen grazilen Armbewegungen vorzuführen, konnte er die kleine Geige einfach in seine Rocktasche stecken. In Frankreich wurden diese Instrumente deshalb „Pochette“ genannt: Täschchen.

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Hans-Sachs-Verehrung im 19. Jahrhundert
Der Nürnberger Hans Sachs (1494–1576) war ein Schuster und der bekannteste aller Meistersinger. Er erfuhr im 19. Jahrhundert große Verehrung. Ein wichtiger Grund war das historistische Interesse am Mittelalter, in Zuge dessen Nürnberg seine Blütezeit um 1500 glorifizierte. Das eindrucksvolle, wenn auch historisch nicht korrekte Kostüm wurde beim jährlichen Handwerkerzug getragen. Ab 1826 feierten die Nürnberger das Nationalfest, den Vorgänger des heutigen Volksfests. Zu Pferderennen, Schießübungen und Ähnlichem kam ab 183……

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Krieg als Spiel
Die Rüstungen erscheinen wehrhaft und funktional, waren für den Krieg jedoch völlig ungeeignet. Mit Eisenplatten von bis zu neun Millimetern sind sie viel zu schwer – in der Schlacht verwendete man wesentlich dünnere und leichtere Rüstungen. Zudem schränkte der fest verschraubte Helm die Sicht so ein, dass man einem Angriff von der Seite schutzlos ausgeliefert wäre. Die Zweikämpfe, für die diese Rüstungen geschaffen wurden, fanden vor großem Publikum statt. Sie waren speziell für den Reiterkampf im Turnier bestimmt.
Turniere, die sich in Europa……

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Ist das Spiel für alle da?
Auf dem doppelseitigen Brett sind zwei sehr unterschiedliche Spiele vereint: Mühle und Gänsespiel. Während Mühle rein strategisch ist und keinen Zufall beinhaltet, hängt das Gänsespiel ganz vom Würfelglück ab. Das Objekt wird auf das 1. Drittel des 17. Jahrhunderts datiert und stammt aus dem süddeutschen Raum. Brettspiele waren damals in allen gesellschaftlichen Schichten beliebt. An den Fürstenhöfen bestanden die Bretter aus kostbaren Materialien wie Elfenbein, Ebenholz und Perlmutt. Sie zeigten den Wohlstand ihrer…

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Ein seltener Fund
Im späten Mittelalter besaß nahezu jeder Ritter einen solchen Helm für den Krieg oder das Turnier. Dennoch sind heute nur noch weniger als 20 dieser originalen Helme erhalten. Gutes Eisen hatte damals einen hohen Materialwert. Unbrauchbare oder veraltete Helme wurden daher in großer Zahl umgeformt und das teure Material wiederverwendet.
Dass dieser Helm die Jahrhunderte überdauerte, verdanken wir einem Brauch, der im 14. Jahrhundert aufkam: Zur Erinnerung…

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Die Kunst der Minne
Eine Gartenlandschaft wird zur Spielwiese einer ausgelassenen, in Gruppen arrangierten Hofgesellschaft. Dass das bunte Treiben einen erotischen Hintergrund hat, lässt schon ihre Aufmachung erkennen: Die figurbetont-modische Kleidung der jungen Männer ist ebenso aufreizend wie die tiefen Kleiderdekolletés der Hofdamen. Ihre Spiele folgen den Gesetzen der Minne. Darunter versteht man das an den Höfen des Hochmittelalters zur Kunstform entwickelte Liebeswerben um eine…

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Ein neuer Klang
Das Instrumentarium des klassischen Orchesters, wie wir es heute aus den Konzertsälen der westlichen Welt kennen, war zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch nicht abgeschlossen. Einige Instrumente waren noch gar nicht erfunden, darunter die Klarinette. Ihr Ursprung liegt in der Zeit um 1700 und wurde vom sogenannten Chalumeau angeregt. Das ist ein einfaches Holzrohr mit zylindrischer Innenbohrung, sechs Grifflöchern vorn und einem weiteren für den Daumen hinten. Frühe Typen sind ohne Klappen, seit dem 18. Jahrhundert finden sich…

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Ein familiäres Bildnis?
Selbstbewusst richtet diese Frau ihren Blick nach vorn. Eine Inschrift auf der Rückseite der Gipsbüste verrät, dass sie die Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin im Jahr 1901 darstellt. Das ebenfalls sichtbare Monogramm „K. K.“ konnte bisher niemandem zugeordnet werden, jedoch dürfte der Porträtkopf im Umkreis des Malers Georg Friedrich Zundel entstanden sein. Zundel war der zweite Ehemann Zetkins. Er war bekannt für idealisierende Bildnisse von Arbeiter*innen. Die unregelmäßige, „impressionistische“ Oberfläche der…

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