Beschreibung
Stubenofen; Eisenblech mit Verstärkungsleisten aus Messing an den Ecken des Ofenkastens; Füße Schmiedeeisen. Die Gestalt des Ofens erhält ihren Reiz durch den Gegensatz zwischen dem massiven Ofenkasten und den volutenartig sich eindrehenden schlanken Fußstützen. Durch das seitlich angebrachte rechteckige Feuerloch unmittelbar unterhalb des in den Schornstein führenden Abzugrohres für den Rauch war der Ofen von einem Nebenraum oder einem eigens für diesen Zweck gebauten "Vorgelege" aus heizbar. Die dem Kasten aufgesetzte halbkreisförmige "Durchsicht" diente der besseren Nutzung der Heizenergie und dem Warmhalten von Speisen etc. Als Pendant zu den geschwungenen Füßen krönt eine zierliche fünfblättrige schmiedeeiserne Blume den Aufbau. Neben gußeisernen Öfen waren im 18. Jahrhundert solche aus Eisenblech wegen ihrer unkomplizierten Aufstellungsart und ihrer Preiswürdigkeit im bürgerlichen Wohnbereich häufig im Gebrauch, obwohl ihnen andererseits der Vorwurf der Überheizung der Räume und mangelnder Dichtigkeit gemacht wurde. Neben ihrer schmückenden Funktion haben die Eckleisten aus Messing daher auch die Aufgabe, die Fugen zwischen den zusammengenieteten Blechwänden zusätzlich zu verschließen.