Beschreibung
Wappenschild des Georg Hund von Wenckheim, Hochmeister des Deutschen Ordens 1566-1572:
Der glatten Steinplatte ist eine reiche, heute rotgefärbte Rollwerk-Kartusche mit Aufrollungen nach vorne und rückwärts aufgelegt. Nach unten umrahmt von einer dicken, farbigen, von zwei Löwenköpfen in Ringen gehaltenen Fruchtgirlande und oben bekrönt von einer Maske mit seitlichen baldachinartig gerafften Schleier, ist das Wappen. Seinerseits in reicher plastischer Staffelung- unter weitgehender Auflösung der Schildform ebenfalls als freie Rollwerkform gebildet. Das gevierte Wappen zeigt im üblichen Schema der Hochmeisterwappen im Feld 1 und 4 das DO-Kreuz und in Feld 2 und 3 das Familienwappen:
Hier einen rechtgerichteten Roßrumpf mit schwarzem Zaumzeug, heute fälschlicherweise in Rot auf Schwarz. Ursprünglich muss die Farbigkeit der überlieferten Wappen-Tingierung dem Hund von Wenckheim entsprochen haben: weißes oder silbernes Pferd auf Rot.
Der Schild ist belegt mit dem in Lilien endenden Kreuz und dem Herzschild mit rechtsblickendem Adler, dem Zeichen des Hochmeisteramtes.
Georg Hund von Wenckheim, Mitglied des Ordens seit 1544, war Landmeister der Ballerei Franken in den Jahren 1565/66 und anschließend von 1566 bis zu seinem Tode 1582 Hoch- und Deutschmeister. Er entstammte einer seit dem 15. Jh. in Franken belegten, weitgehend im Coburgischen und Thüringischen ansässigen adeligen Familie, die sich nach einem Schloß in der Gegend von Meiningen Hund von Wenckheim zum Altenstein nannte. Über die einzelnen Mitglieder der bereits 1722 ausgestorbene Familie ist nur wenig bekannt.