Beschreibung
Bankschrank aus Eichenholz mit Flachschnitzerei beidseitig der Türen, als Verzierung der Türen je eine Rosette, die untere wirbelförmig, mit kreuzförmigen Ansätzen. Am Gesims gekreuzte Halbbogen, in gotische Blumen endigend. Am Gesims seilartige Schnitzerei.
"Obwohl der Bankschrank, ein auf der Wandbank in der Nähe des Sitzes des Hausvaters aufgestelltes, der Aufbewahrung von Dokumenten und wertvollem Familienbesitz dienendes Möbel, sich in originalen Beispielen nur aus dem nördlichen Schleswig-Holstein und aus Skandinavien erhalten hat, darf angenommen werden, dass er ursprünglich weiter verbreitet war. So begegnet er auch in der süddeutschen Tafelmalerei (Gabriel Mälesskircher, Christus im Haus des Simon, 1476, GNM, Gm 1463). Zur Dekoration der in Schleswig-Holstein bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts gebauten Möbel wurden unterschiedliche Holzbearbeitungstechniken genutzt, wie der Kerbschnitt, der im Spätmittelalter aufblühende Flachschnitt und, wenn auch mehr untergeordnet, das mit dem Hobell ausgeführte, von Flandern aus sich verbreitende Faltwerkornament." (Text, Deneke 1979)
