Beschreibung
Dargestellt das Stubeninnere eines größeren Bauernhauses mit einem grünen Kachelofen mit umlaufender Bank und Trockenreck. Holzdecke und Holzdielung, massiven Wänden mit eingetieftem Wandschrank und Waschnische sowie einem Fenster mit Butzenscheiben und einer wandfesten Bank darüber. Der Ofen in der rechten hinteren Ecke. In der rechten Wand eine Tür zum danebenliegenden Herdraum, in der rückwärtigen Wand eine zweite Tür zur dahinterliegenden Kammer. In der Stubenmitte sitzt auf einem Lehnstuhl ein weißbärtiger, großäugiger Mann mit bäuerlichem Aussehen, der in ein rotes, hermelinverbrämtes Obergewand und grünes Untergewand gekleidet ist und auf dem Kopf eine weiße, pelzverbrämte Mütze trägt. Die Rechte hält einen grünen Tonkrug (oder einen grünen Jägerhut?), die Linke zeigt nach dem mit einem Hangschloß verschlossenen Mund. Über dem die ungefähre Hälfte der Bildfläche einnehmenden Fußboden, über den an den Ofen herangeschobenen Tisch mit Ofenbank und über zwei weitere Bänke am vorderen Bildrand breitet sich eine Unzahl von Geräten zur Feld- und Hausarbeit und zur bäuerlichen Handwerkerei, ferner Behältnisse zur Vorratshaltung und Nahrungsbereitung, Musikinstrumente, Spielkartenblätter usw. aus, in einer gewollten Unordnung, wobei ein Teil dieser Dinge auffällig schadhaft ist. Aus Ofenritzen schlägt das Feuer, der Sack mit Korn ist geplatzt und eine Maus geht über die herausrinnenden Körner, die untere Rahmenleiste eines Hinterglasbildes hängt herab, ein zweites Bild ist durchstoßen und im Rahmen verrückt, die Teller auf dem Bord über der rechten Tür haben Ausbrüche am Rand, die eine Sprosse einer Leiter fehlt, ebenso das eine Bein einer umgestürzten Bank, der Lederbezug der Rücklehne eines ebenfalls umgeworfenen Stuhles hat ein Loch usw. Es scheint sich hierbei nicht um eine Darstellung im Sinne eines Omodlibets zu handeln, sondern um die Verschlüsselung eines Sinnbezuges. Darauf deutet auch Kleidung, Ausdruck, Blick sowie die Geste des Sitzenden. Die Inschrift auf einer schwarzen Wandtafel auf der Rückwand ist undeutbar. Die Kleidung des Sitzenden, die Profile der Türrahmungen, die Form des Wasserbeckens und die Zierteller auf dem Bord vom Typ der oberösterreichisch-böhmischen "Zwiebel"- bzw. Doppeladlerschüsseln und die beiden Stühle wie auch der Tisch, lassen als Entstehungszeig das späte 17. Jahrhundert noch zu, das Hinterglasbild weist auf das frühe 18. Jahrhundert, das übrige Gerät ist zeitlos in seinen Formen. (Abgesehen vom Sinninhalt wegen der Fülle an altem Hausgerät ist das Bild von großem Wert). Deckfarben aus Pergament, mit durchsichtigem Lack überzogen. Auf ein Holzbrett aufgeklebt, unter Glas und Rahmen.