Beschreibung
Die Truhe stand ursprünglich auf einem Sockelkranz. Die Bemalung ist nur an der Vorderseite aufgebracht, geringfügige Spuren und Farbreste auf dem Deckel deuten auch für diesen Bereich auf eine Bemalung hin. Die Vorderseite ist durch Leisten in fünf, unterscheidlich breite Zonen (Füllungen) unterteilt. Die engeren Füllungen sind außen mit einem grün bemalten Randbereich versehen, der ein längliches Blütenblättermotiv rahmt. In der mittleren Füllung ist das kunstvoll verzierte, birnenförmige Schlüsselschild integriert. Die Randstriche des Blütenmotivs sind mit schwarzer Farbe gezogen, die Blätter mit weißer, roter und grüner Farbe ausgemalt. Die identisch gestalteten breiteren Füllungen beherrschen die jeweilige Seite der Vorderwand. In der Randzone befindet sich oben ein Rundbogen (zweiteilig), der von zwei Säulen getragen wird. In den Zwickeln steht auf schwarzgrauem Grund die Jahreszahl 1732. Im Zentrum der Füllungen befindet sich ein geschwungener dreiteiliger Sockel mit Gesicht, der eine Schale trägt. Darüber ist eine Uhr (vgl. BA 390) zu sehen, die 12.00 Uhr anzeigt. Aus der Uhr wächst eine Blume mit sechs großen Blättern und einer großen, rot-weißen Blüte. Der Deckel wird rahmenartig durch Leisten begrenzt, die vordere Deckelleiste ist im unteren Teil nach mit einem weißen Motiv verziert.
Die Truhe ist ein bezeichnender Vertreter der Blankholzmalerei, die vom Alpach- und Zillertal in Tirol den Inn abwärts bis nach Wasserburg ausstrahlt. Die bezeichnenden Vertreter dieses Möbelstiles stehen im Museum in Wasserburg am Inn.
