Beschreibung
Konstruktion: Korpusrahmen in offen gezinkter Brettbauweise. Längs der Mittelachse teilbar, Kanten an Trennfuge genutet, mit loser Steckfeder verbunden. Schrankhälften durch hölzerne Klammerschließe von innen zusammengehalten (über konisch zulaufende Leisten beiderseits der Trennfuge wird eine Klammer mit passender Aussparung festgezogen). Stand auf vier zierlichen Kugelfüßen, im Bodenbrett eingezapft. Rückwand längs verbrettert, Fugen dicht verleimt. Mittelfuge offen, durch breite profilierte Staubleiste abgedeckt. Genuteter Frontrahmen aus hohem Sockel- und Gesimsfries sowie breiten Türzargen, mit Holznägeln an bündig eingefügten breiten Eckschrägen befestigt.
Zwei zwischenschlagende Brett-Türen dem Frontrahmen eingefügt, seitlich an Bandangeln aufgehängt. Kanten rechtwinklig gefügt, Anschlag an Staubleisten hinter Gesims- und Sockelfries. Brettfläche der Türen innen durch zwei eingezogene Gratleisten stabilisiert, außen glatt. Linke Tür durch Ringöse und beweglichen Haken von der Rückwand her festzuziehen (Haken und Rückwandöse erneuert). Rechte Tür durch einfaches Kastenschloss zu sperren. Die ornamental ausgeschnittenen Schlüsselschilder aus Eisenblech wohl später angebracht.
Innenausstattung: Auf Fachleisten oben durchgehendes Ablagebrett (fehlt, Lichtabdruck). Schrankraum ehemals durch vertikale Mittelwand geteilt, rechte Hälfte durch zwei weitere Fachböden unterteilt (fehlen, Lichtabdruck und Bleistiftriss sowie kleine Nagellöcher).
Leistengliederung: Umlaufendes Gesimsprofil, zusammengesetzt aus schmalem Profilband, schräggestelltem rund gehobeltem Brett darauf und abschließender Platte auf Deckbrett. Einfache Sockelleiste als unterer Abschluss mit profilierte Oberkante. Gesims- und Sockelzone zusätzlich abgesetzt durch umlaufendes schmales Gurtband entlang der Türlinie. Mittelachse durch profilierte Türschlagleiste betont.
Holzbearbeitung: Alle Flächen sehr gut ausgehobelt, auch Deckbrett oben, Rückwand außen geschroppt belassen.
Bemalung
Sichtflächen in ursprünglich hellem Blau gestrichen, Gesimsfries sowie Felder auf Sockel, Türen und Eckschrägen ausgespart. Profilleisten zusätzlich rot abgesetzt. Gesimswulst, Langfeld auf Eckschrägen und Rahmenband um Türen schräggestreift in Weiß und Rot. In gleicher Farbigkeit das liegende Sockelfeld mit Gittermuster und ornamentalem Blumenbesatz strukturiert. Gesimsfries dunkelblau ausgelegt, zwischen stilisierten Blütensprossen Jahreszahl und Initialen »1 8 K M W 2 9« aufgetragen. Buchstaben, Ziffern und Blüten ursprünglich silberfarben und mit Goldlack überzogen. Den Türflächen je ein hohes, vielfach gebändertes Spitzgiebelfeld einbeschrieben, darin ein weiteres zentriertes Schmalfeld. Giebelfeld braungrundig mit dichten, flächigen Blumenmustern (Tulpen und Nelken). Charakteristische dreigliedrige Tulpensprosse diagonal gegenständig in den Eckzwickeln der Türblätter. Die Seiten ohne ornamentale Gestaltung und Gliederung.
