Beschreibung
Wanduhr, Zifferblatt Tannenholz, bemalt. Gehäuse Buchenholz, Werk Messing, Eisen, zum Teil Holzachsen. Das um den Ziffernring leicht gewölbte Zifferblatt mit den römischen Zahlen 1 - XII und den arabischen 15, 30, 45, 60 hat einen halbkreisförmigen Aufsatz. Das Zifferblatt mit Lackschildmalerei in der traditionellen Art der Schwarzwalduhren zeigt in den Zwickeln Blütenzweige mit jeweils einer Rose sowie einer blauen und gelben Rosette. Hinter einem oben rundbogig abgeschlossenen Ausschnitt des Aufsatzes steht die Figur eines Mönchs mit beweglichem Oberkörper und einem Seil in den
Händen. Diesen Ausschnitt faßt Malerei mit von Buschwerk umschlossener schloßartiger Architektur ein. Gewissermaßen als deren Eingang ein rotes Dach sowie seitlich zwei Rundtürme mit spitzen Dächern, an diesen großen zentralen Mitteltrakt schließen sich seitlich kleinere, hinter Mauern liegende Flügelbauten an. Die Uhr hat ein Geh- und ein Schlagwerk, ein weiteres Schlagwerk mit Schlaghäufung läuft alle 24 Stunden ab. Dieses setzt zugleich den Mönch in Bewegung, so daß er ein Glockenwerk zu bedienen scheint. Die Uhr, die als Ausstattungsstück im Umkreis von Neunkirchen am Brand Verwendung gefunden hat, gehört zum Typ der in der Biedermeierzeit häufiger werdenden Figurenuhren. Unter ihren Varianten mit dem Mönch, die
z. B. Herbert Jüttemann (Die Schwarzwalduhr, Braunschweig 1972, S. 75) beschreibt, findet sich ein der unseren verwandtes Exemplar in Karlsruhe, Bad. Landesmus. (400 ausgewählte Werke aus den Schausammlungen. Bildkatalog. Karlsruhe 1976, Nr. 350). Von den geläufigen Ausprägungen, bei denen der Mönch funktionsnäher in einer gemalten Kapelle steht, hebt sich unsere Uhr ab.
