Beschreibung
„Gundka 5“, Fabrik-Nr. 71656;
Die Maschine ist rechts und links mit zwei Schrauben neben den Farbbandspulen auf eine dunkelgebeizte Holzplatte (Kernstück zwischen zwei Sperrholzplatten aus Fichte) montiert, die offenbar (im Vergleich mit Photos anderer Exemplare des Typs) dazugehört. Gebrauchsspuren an ihren Rändern dürften von einer Befestigung an einem Tisch herrühren. Die Schreibmaschine selbst besteht aus einem schwarz lackierten Blechgehäuse, in dem die Verbindungen zwischen Zeiger und Typenrad sowie zwischen Drucktasten und Typenrad liegen, einem Aufsatz, der das Typenrad zwischen den beiden Spulen des Farbbandes trägt, und dem nach links und rechts beweglichen Wagen (Schlitten) mit der hartgummibeschichteten Schreibwalze sowie dem Zeilenrichtlineal (Skaleneinteilung 1-85), das den eingelegten Papierbogen gegen die Walze drückt. An der rechten Seite des Gehäuses befindet sich eine Klingel zur Angabe des Zeilenendes. Das zylindrische, 1,8 cm hohe Typenrad (Dm 3,0 cm) mit 84 Schriftzeichen in drei Reihen ist auswechselbar. Die Farbbandspule wird nach Ablauf umgeschaltet. In der Mitte des Gehäuses ist vor dem Typenrad ein rautenförmiges Schild mit „Gundka 5“ aufgeschraubt. Auf einer leicht gebogenen hellen Metalleiste darunter sind oben die Ziffern 2-9, Währungs-, Satz-, Additions- und Gleichheitszeichen, sowie Ü und Ö, unten die Großbuchstaben in nicht alphabetischer Folge angeordnet. Die Schriftzeichen werden mit einem Zeiger (Einstellhebel) gewählt, den man an einem kugeligen Knopf betätigt, er steckt in der ebenfalls leicht gebogenen Vorderfront des Blechgehäuses. Diese hat ein oben offenes Gitter, so daß sich der Zeiger sowohl in der Horizontalen bewegen als auch zwischen den „Gitterstäben“ niederdrücken läßt. Links neben der Metalleiste stehen 3 farblich unterschiedene Drucktasten: blau, gelb, rot. Zur Funktionsweise der Maschine: Mit dem Zeiger wird das gewünschte Schriftzeichen eingestellt und dadurch das Typenrad in die entsprechende Position gebracht, es dreht sich, bis die gewünschten übereinanderliegenden drei Typen vor der Anschlagstelle stehen. Durch Niederdrücken des Einstellhebels wird der obere Typ angeschlagen (entspricht Zeichenleiste untere Reihe Kleinschrift), mit der gelben Drucktaste der mittlere Typ (Zeichenleiste untere Reihe Großschrift), mit der blauen der untere Typ (Zeichenleiste obere Reihe). Die rote Taste, eine Leertaste, löst die Sperrung des Wagens, so daß er sich bei gedrückter Taste hin- und herschieben läßt (Zeilenende, -abstand einstellbar?). Die Maschine schreibt sichtbar (Vorderaufschlag), Durch- schläge lassen sich herstellen. Nach Art ihres Schreibwerks gehört die Machine zu den Schreibkopfmaschinen, bei denen sich, im Gegensatz zu den Typenhebelmaschinen, sämtliche Typen auf einem einzigen Typenträger (Schreibkopf) befinden, hier zylindrisch, ist er heute meist kugelförmig. Auf die Typenwahl bezogen, handelt es sich um eine Eintaster- oder Zeigermaschine. Das Modell „Gundka“ wurde 1924 von Paul Muchajer entwickelt, 1926 verbessert und im Gundkawerk GmbH hergestellt. Als Zubehör wurden zwanzig verschiedene Typenräder für verschiedene Sprachen produziert. Die Maschine kostete 32 RM. Sie wurde auch unter den Namen „Frolio“, „Gefro“ und „Perlita“ verkauft. Fachleute charakterisieren das Modell als vergleichsweise wenig leistungsfähig.