Beschreibung
Schnittschablone aus Sperrholz zum Antragen von Krümmungslinien beim Zuschneiden des Stoffes. Die Schablone ist aus einem Stück Sperrholz ausgeschnitten. Die Umrißlinie der Schablone enthält vier unterschiedlich gekrümmte Rundungen. Der kürzere eiförmige Teil gibt durch Stempelaufdruck die Bestimmung genau an, Armloch vorne, Ärmelkugel vorne und hinten, Halsloch. Ein kreisrund ausgeschnittenes Loch vermutlich zum Aufhängen des Werkzeuges. Der längere sichelförmige Teil trägt auf einer Seite das mit Tinte geschriebene Monogramm K. K. auf der anderen Seite den Stempel J. M. Kuhlmann, Bau- und Möbelschreinerei (nicht lesbar), Oberasbach b. Nürnberg, in querrechteckiger Rahmung mit Eckverzierung.
Verwendung:
Diese Schablonen dienten als Hilfsmittel beim Zuschnitt, genauer zum Zeichnen von rechten Winkeln und Krümmungslinien. Der benützte Winkel muß nicht nur genau rechtwinklig sein, sondern er muß auch ganz genau angelegt werden, weil sonst der Schnitt schief und verschoben werden würde.(Lexikon des Kleidermachers, Band VIII, Heft 1, Dresden 1902, S. 11). Die Schablone wurde auf den Stoff gelegt und die gewünschte Linie mit der Schneiderkreide nachgezeichnet. Ist nun bei dem gegebenen Stück alles erforderliche genau beobachtet, so kann man hierauf mit der Zeichnung beginnen. Diese besteht hauptsächlich in dem Abzeichnen künstlich geformter Teile, welche sich ganz genau nach der Form des Körpers richten und nach verschiedenen Bestimmungen demselben angepaßt werden können. Damit aber der wahre Zweck fürs richtige Zeichnen der Teile eines Kleides ganz erreicht werde, so mußten noch mathematische Regeln dabei angewandt werden. Zu diesem Befund ist vorzüglich der Winkelhaken erforderlich. (I. F. Wissinger, Die Kleidermacherkunst, 1. Band, Oehringen 1820, S. 15, 16, 33 und 34).