Beschreibung
Schnittschablone aus Sperrholzzum Antragen von Krümmungslinien beim Zuschneiden des Stoffes; Die Schablone ist aus einem Stück Sperrholz ausgeschnitten. Der Umriß der Schablone entspricht annähernd einem rechtwinkligen Dreieck mit geradlinig verlaufenden Katheten. Die Hypotenuse schwingt nach ca. 6,0 cm geradlinigem Verlauf stark ein und verläuft aus der Krümmung heraus bis zum Endpunkt der längeren Kathete. Die gekrümmte Linie konnte für verschiedene Schnittteile herangezogen werden, u.a. für die Krümmung des Schrittes beim Zuschneiden der Vorderhose. Aus der Binnenfläche des Dreiecks ist eine unterschiedlich ein- und ausschwingende Fläche herausgesägt.
Verwendung: Diese Schablonen dienten als Hilfsmittel beim Zuschnitt, genauer zum Zeichnen von rechten Winkeln und Krümmungslinien. Der benützte Winkel muß nicht nur genau rechtwinklig sein, sondern er muß auch ganz genau angelegt werden, weil sonst der Schnitt schief und verschoben werden würde.(Lexikon des Kleidermachers, Band VIII, Heft 1, Dresden 1902, S. 11). Die Schablone wurde auf den Stoff gelegt und die gewünschte Linie mit der Schneiderkreide nachgezeichnet. Ist nun bei dem gegebenen Stücke alles erforderliche genau beobachtet, so kann man hierauf mit der Zeichnung beginnen. Diese besteht hauptsächlich in dem Abzeichnen künstlich geformter Teile, welche sich ganz genau nach der Form des Körpers richten und nach verschiedenen Bestimmungen demselben angepaßt werden können. Damit aber der wahre Zweck fürs richtige Zeichnen der Teile eines Kleides ganz erreicht werde, so mußten noch mathematische Regeln dabei angewandt werden. Zu diesem Befunde ist vorzüglich der Winkelhaken erforderlich. (I. F. Wissinger, Die Kleidermacherkunst, 1. Band, Oehringen 1820, S. 15, 16, 33 und 34).