Beschreibung
Der Schrank, als dessen Herkunftsgebiet der an Mittelfranken angrenzenden Bereich Oberfranken überliefert ist, vertritt vor allem im Dekor eine Möbelart, die bisher ohne Vergleichsstücke, wie sie bei Zuordnung helfen können, isoliert dasteht. Der zweitürige, in der Mitte zerlegbare Schrank hat abgeschrägte Ecken und ruht in der Art der Möbel mit Stollenkonstruktion auf den wandfesten Teilen der Frontseite, den in flachen Bogen ausgeschnittenen Eckschrägen, den unten trapezförmige ausgeschnittenen Seitenwänden. Das Sockelbrett ists unten zweifach in zwei flachen Bogen mit einem Dreieck in der Mitte zwischen diesen ausgeschnitten. In die Zone unterhalb der vorne und seitlich pber den Korpus hervorragenden Decke ist mit schwarzer Schrift der Name der Inhaberin und die Jahreszahl aufgeschrieben. Die Dekoration des Möbels besteht aus einem Tupfenmuster, das ein Wuzelmaserfurnier imitiert bzw. einer Maserierung am Sockelbrett sowie aus gelb lasierten Blankholzfeldern, die leer belassen wurden bzw. mit Ranken und anderen Ornamenten geschmückt wurden. Auf den Türen ist mit profilierten rot gestrichenen Leisten je ein Feld, das oben und unten mit einer Spitze abgeschlossen wird, abgegrenzt. In den Feldern verlaufen vertikal in Wellenform rote Ranken, in deren Stielen rote Blüten sitzen. Außerhalb der Umgrenzung durch Leisten verläuft ein schmaler Rechteckrahmen, der als Blankholzlinie durch das Tupfenmuster geführt wird. Die Schlagleiset zeigt ein kräftiges Profil, das an den Kanten rot abgesetzt ist. Eine Reihe von Winkeln in Braun und Rot zieren die wandfesten Teile der Frontseite, ein braunrotes Streifenmuster die vorstehende Fläche unter der Decke.
