Beschreibung
Rechteckige, maschinell gefertigte Dose mit Klappdeckel und mit Darstellungen schneebedeckten Nürnberger Sehenswürdigkeiten wie dem Nassauer Haus, der Kaiserburg, dem Henkersteg und dem Laufer Turm, jeweils bevölkert mit unterschiedlichen Figuren. Auf dem Deckel sind Auszeichnungen der Firma aufgedruckt: "Ehrenpreis-Altenburg 1892", "Gold.Med. Nürnberg 1892" sowire der Titel "Kön. bayer. Hoflieferant".
Johann Friedrich Kißkalt kaufte die "ruhende Lebküchnerei-Gerechtigkeit auf dem Anwesen S. (Sebald) 448" in der Königstraße und nahm die Herstellung und den Vertrieb von Lebkuchen, Schokoladen und Wachswaren wieder auf. Als 1904 der Kaufmann Paul Klett die Firma erwarb und das Geschäft wegen ständiger Expansion in die Rollnerstraße verlegte, verzichtete er nicht auf den wohleingeführten Namen "J.F. Kißkalt", sondern behielt diesen in seinem Firmensignet bis zur endgültigen Geschäftsaufgabe 1970 bei.
Die Nürnberger Lebkuchenfabrikanten verkauften ihre Produkte sicherlich zum größten Teil in einfachen Tüten und Kartonagen, aber auch in ansprechend dekorierten Dosen aus Weißblech, deren Entwicklung und Gebrauch um 1870 einsetzte. Diese bezogen sie meist aus Leipzig von der Firma Felix Lasse, später Alexander Lasse, die von 1878 bis 1949 in den dortigen Adressbüchern mit dem Vermerk "Fabrik von Blechemballagen und decorierten Blechen" aufgeführt ist. Lasse signierte die von ihm hergestellten Dosen in der Regel unterhalb der Darstellungen.