Beschreibung
Zu einem allenthalben gebräuchlichen Möbeltyp wurde wärend des 18. Jahrhunderts die Kommode, die dann im 19. Jahrhundert in lokal geprägten Versionen in die ländlichen Haushaltungen Eingang fand. Entsprechend süddeutscher Ausziergewohnheiten hat das mit zwei Schubladen versehene Möbel einen farbigen Anstrich, der einen rot marmorierten Grund und grüne Felder auf der Deckplatte und den seitlichen Wandungen erhalten, die Leiste vor dem Boden ist grau/weiß/blau marmoriert. Ornamental ausgestaltet wurden die Schubladen: hier erhielten die ausgegründeten Felder mit den grünen Flächen eine (ehemals) vergoldete Einfassung mit Blattformen und an den Schmalseiten zwei spiegelbildlich angeordnete Blattgewinde mit Voluten sowie eine in die Binnenfläche sich hineinziehende Blüte. Auf den schmalen Eckschrägen verläuft ein in Bogen gewölbtes Band, das mit Hohlräumen zum Wandteil gebildet ist, an seinen Enden Voluten zeigt und auf der Oberfläche Blattwerk sowie am Rand eine Art Perlenzier trägt. Wei die Einfassungen der Felder auf den Schubladen, weisen auch Teile der grün gestrichenen Bänder Reste einer Vergoldung auf. Die Beine sind gebogen. Die Messingbeschläge sind mit Pferdeköpfen dekoriert. Eine wohl aus der gleichen Werkstatt stammende Truhe (BA1342) hat das Museum 1935 als Tölzer Kistlerarbeit aus dem Münchner Kunsthandel gekauft.