Beschreibung
Der Pokal steht auf einem runden leicht ansteigenden Fuß. Mittig setzt der Balusterschaft mit einer kugelig gedrückten Verdickung an. In den massiven Baluster ist eine große Blase eingestochen. Darüber vermitteln Scheiben zur unten gerundeten Kuppa. Die Wandung läuft zum mattierten Trinkrand hin konisch auseinander. Sie ist mit einfachem Dekor, bestehend aus teils polierten Blüten, Kugelungen und Blattranken verziert, die zwischen umlaufenden Linien angeordnet sind. Die polierten Kugelungen rufen einen Linsen-Effekt hervor, durch die die gegenseitigen Darstellungen jeweils verkleinert zu sehen sind. Die dickwandige Gestaltung des Pokals mit massivem Schaftbaluster mit eingestochener Blase wie auch der einfache Glasschnitt sprechen für eine Herstellung in einer Glashütte im Riesengebirge im Ende des 17. oder zu Beginn des 18. Jahrhunderts, vgl. Formgestaltung: Georg Höltl (Hg.): Das Böhmische Glas 1700 – 1950. Band 1: Barock, Rokoko, Klassizismus. Passau 1995, Nr. I.17 (Südböhmen 1706—1711), Stefania Żelasko: Barock und Rokoko im Hirschberger Tal. Stein- und Glasschnitt 1650–1780. Hrsg. v. Georg Höltl und Peter Höltl, Glasmuseum Passau. Passau 2014, Nr. 34 (Schreiberhau, 1655—1660), zum Glasschnitt: Justyna Wierzchucka/Martin Kügler: Barockes Glas aus Schlesien. Ślaskie szkło barokowe. Hrsg. von Gabriela Zawiła und Markus Bauer. Katalog der Bestände des Riesengebirgsmuseums in Hirschberg und des Schlesischen Museums zu Görlitz. Görlitz/Zittau 2016, Nr. 17 (Schlesien, Riesengebirge, Ende 17. Jahrhundert), Nr. 18 (Schlesien, um 1690), Nr. 20 (Schlesien, Riesengebirge, Ende 17. Jh.).