Beschreibung
Das Kelchglas steht auf einem glockenförmigen Fuß mit umgeschlagenem Rand. Der Schaft mit großer eingestochener Blase besteht aus einem Baluster mit spitz zulaufender Schulter und geht oben in den massiven Ansatz der Kuppa über, der eingestochene Luftbläschen aufweist. Darüber entwickelt sich die Wandung leicht zum mattierten Trinkrand hin auseinander. Die Wandung ist mit einer umlaufenden Landschaftsdarstellung verziert, die sich durch Bäume mit verschiedenartigem Laub auszeichnet. Sich gegenüberliegend sind zwei Burgen auf einem Felsen eingeschnitten. Zwischen diesen ist auf einer Seite ein Jäger mit Hund und Gewehr zu sehen und auf der anderen Seite ein Hirsch und eine Hirschkuh.
Der Formtyp zeichnet sich durch den glockenförmigen Fuß und den balusterartigen Schaft mit kantiger Schulter aus. Gläser dieser Form werden zwar oft Lauenstein zugeschrieben, entstanden jedoch zum Beispiel auch in anderen Glashütten Mitteldeutschlands sowie in Norddeutschland in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Vgl. Europäisches Glas, Studioglas & Sammlung Dr. Claus Arendt. Aukt. Kat. Dr. Fischer Heilbronner Kunst- und Auktionshaus. 150. Auktion. 11./12. März 2005, Nr. 615 (Hessen, 2. H. 18. Jh.), vgl. auch https://das-glas-der-schwarzburger.de/object/R_G162 (dort zahlreiche andere Vergleichsobjekte des Formtypys).