Beschreibung
Das Kelchglas steht auf eine, runden kaum ansteigendem Fuß, der mit vier geschnittenen Blumen verziert ist. Der Schaft setzt mit einer Verdickung an, aus der sich ein massiver Baluster entwickelt. Über einer Scheibe sitzt zwischen zwei Scheiben ein facettierter Baluster, der im Inneren spiralig gewundene, dünne Rubinglasfäden aufweist. Zur Kuppa vermittelt eine gedrückte Kugel. Die Kuppawandung ist unten gerundet und läuft zum Trinkrand hin konisch auseinander. Ihren Ansatz zieren zwei umlaufende Reihen von Facetten. Die restliche Wandung ist mit Blütenbouquets zwischen einzelnen Blüten gestaltet, die von einem Bogenfries unterhalb des mattierten Trinkrandes herabhängen.
Die rubinroten Fäden im Schaft wie auch der Schnittdekor sprechen für eine Entstehung in einer böhmischen Glashütte, vgl. z. B. Sammlung Buchecker, Luzern. Aukt. Kat. Dr. Fischer Heilbronner Kunst- und Auktionshaus. 155. Auktion. 17. März 2006, Nr. 94 (Schnittdekor Fuß vergleichbar, Böhmen, um 1720); Europäisches Glas & Studioglas. Aukt. Kat. Dr. Fischer Heilbronner Kunst- und Auktionshaus. 179. Auktion. 21. März 2009, Nr. 94 (Riesengebirge, A. 18. Jh.), vgl. auch https://das-glas-der-schwarzburger.de/object/R_G069 (Böhmen oder Schlesien, 1. Viertel 18. Jh.).