Beschreibung
Der Pokal steht auf einem runden, glockenförmigen Fuß mit umgeschlagenem Rand, dessen Schulter mit querovalen Facetten verziert ist. Der Schaft besteht aus einem in mehreren Reihen facettierten Hohlbaluster auf dem eine gedrückte Kugel sitzt. Diese dient als Basis für die glockenförmige Kuppa, deren massiver gerundeter Ansatz mit eingestochener Blase wiederum in mehreren Reihen facettiert ist. Darüber ist umlaufend eine Reihe von bogenförmig endender Facetten angebracht, deren obere Rundung von einer geschnittenen Linie wiederholt wird. Die restliche Fläche der Wandung zeigt auf einer Seite die zweizeilige Inschrift „Hier hast du hertz und handt // Zum wahren Freundschaffts pfandt“. Die gegenüberliegende Seite zeigt auf einer Landschaftsscholle mittig zwei weibliche (?) Figuren in langen Gewändern nah beieinander stehend, mit ausgestreckten Armen, sich gegenseitig mit der linken an der Brust berührend und die rechte Hand reichend. Auf der Brust der linken Figur leuchtet eine strahlende Sonne, bei der Figur rechts ist hier wohl ein Herz angedeutet. Die Darstellung wird links von einer zaunartigen Architektur mit Bäumen dahinter geschlossen, die unten durch die Darstellung zweier schnäbelnder Vögel geschmückt ist. Darüber ist auf einer blütenartig ausgebildeten Säule eine weibliche Figur mit bogig über sich aufgespanntem Tuch auf einer geflügelten Kugel zu sehen. Rechts schließt ein Bogen, unter dem sich ein Hund befindet. Darüber ist das sächsische Wappen, umgeben von Fahnen eingeschnitten.
Nicht nur dieses Wappen, sondern vor allem der Formtyp mit in Reihen facettiertem Schaft und Kuppaansatz sprechen für die Herstellung des Pokals in einer sächsischen Hütte im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts, vgl. Gisela Haase: Sächsisches Glas Leipzig 1988, Nr. 261 (ohne Nodus, Glücksburg, 2. Viertel 18. Jh.), .Nr. 270 (Glücksburg, 2. Viertel 18. Jh.), Nicole Brüderle: Gläser des 16. bis 19. Jahrhunderts (Sammlungskataloge des Herzog Anton-Ulrich-Museums, Petersberg 2013, Bd. 17), Nr. 97 (wohl Glücksburg, um 1740).