Beschreibung
In den runden Fuß ist von der Unterseite her eine rundgelegte Blattranke eingeschnitten, die von vier sechsblättrigen Blüten unterbrochen wird. Mittig auf dem nur ganz leicht ansteigenden Fuß setzt der Schaft aus einem Hohlbaluster zwischen je zwei Scheiben oben und unten an. Die unten gerundete Kuppa läuft nach oben hin konisch auseinander. Ihr Ansatz ist mit einer mattierten Linie verziert, die oben und unten von alternierend gesetzten längsovalen Oliven begleitet wird. Auch der Trinkrand ist mit einer mit einem mattierten Streifen verziert unter den ebensolche Oliven gesetzt sind. Zwischen diesen beiden Zierstreifen sind auf einer Seite die drei Wappen der Stadt Nürnberg in Form hochovaler Schilde mit dazwischengesetzten Lorbeerzweigen geschnitten. Mittig und bekrönt der doppelköpfige Reichsadler, heraldisch links das geteilte Schild mit halbem Adler und geteilter linker Seite und heraldisch rechts der Jungfrauenadler. Der Schnitt ist präzise und feinteilig ausgeführt. Die Darstellung an sich, wie auf die Blattranke auf dem Fuß könnten für eine Anbringung des Glasschnitts in Nürnberg Ende des 17. / Anfang 18. Jahrhunderts sprechen. Der Glasformtyp entspricht einem klein und einfach ausgeführten Hohlbalusterpokal, wie sie üblicherweise im Bereich der Nürnberger Glasschneidekunst Verwendung fanden. Eine eindeutige Zuschreibung an einen Glasschneider ist aufgrund fehlender Anhaltspunkte nicht möglich.