Permalink
Titel
Schmerzensmann zwischen Maria und Johannes aus der Kirche St. Sebald, Nürnberg
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Altarbild
Inventarnummer
Gm116
Sammlung
Gemälde bis 1800
Klassifikation
Anzahl der Teile
1
Hersteller
Meister des Imhoff-Altars
Herstellungsdatum
um 1418/1422
Herstellungsort
Nürnberg
Proviso
Leihgabe Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen
Standort
Maße
116,5 x 74,9 x 0,4–0,7 cm
Material und Technik
Malerei und Metallauflagen auf Tannenholz
Beschreibung
Rückseite der Mitteltafel des sog. Imhoff-Altars aus der Pfarrkirche St. Sebald, Nürnberg. Von der Dornenkrone und den Wunden der Kreuzigung gezeichnet und nur mit einem Lendentuch bekleidet steht Christus in einem geöffneten, bildparallel angeordneten Sarkophag von heller, rötlich-brauner Farbe. Das Standmotiv weist ihn als Lebenden aus, wenngleich seine Augen geschlossen, der Mund leicht geöffnet und das Haupt geneigt sind. Der Schmerzensmann wird von Maria und Johannes dem Evangelisten gestützt, die hinter dem Sarg stehen. Sie halten die Arme Christi so, dass dem Betrachter die Wundmale in den Handinnenflächen präsentiert werden. Maria trägt einen weißen Schleier und einen blauen, grün gefütterten Mantel, Johannes ein grünes Gewand. Gegenüber dem bräunlichen Inkarnat des Heilands wirkt das der Assistenzfiguren rosiger. Beide wenden das Gesicht Christus zu und blicken ihn schmerzerfüllt an. Der Ausdruck des Leidens wird bei allen Figuren durch die starke Schrägstellung der Augenbrauen betont. Der Schmerzensmann und seine Begleiter stehen vor einem roten Hintergrund, von dem sich ihre goldenen Nimben abheben. Der Nimbus Christi ist durch ein rotes, kreuzförmiges Strahlenbündel hervorgehoben.
Vitrinentext
Die Tafel ist Teil des sog. Imhoff-Altars aus St. Lorenz (ursprünglich aus St. Sebald), der von dem Nürnberger Patrizier Konrad Imhoff (gest. 1421) gestiftet wurde. Weitere Teile sind in St. Lorenz in Nürnberg erhalten. Der Auferstandene, aufrecht im Sarkophag stehend, wird von Maria und Johannes begleitet. Der Imhoff-Altar ist das wichtigste Zeugnis der Nürnberger Malerei des Weichen Stils, der sich um 1400 ausbildete. Kennzeichnend sind die naturnahen Physiognomien, die weiche Modellierung der Formen und die zarten Farben.
The panel is part of the so-called Imhoff Altarpiece from the St. Lawrence Church (originally from St. Sebald), donated by the Nuremberg patrician Konrad Imhoff (d. 1421). Other parts are preserved in the St. Lawrence Church. The resurrected Christ, standing in the sarcophagus, is attended by Mary and John. This altarpiece is the most important testimony to the International Gothic in Nuremberg around 1400. Characteristic are the realistic facial features, the soft modeling of the forms and the delicate colors.
The panel is part of the so-called Imhoff Altarpiece from the St. Lawrence Church (originally from St. Sebald), donated by the Nuremberg patrician Konrad Imhoff (d. 1421). Other parts are preserved in the St. Lawrence Church. The resurrected Christ, standing in the sarcophagus, is attended by Mary and John. This altarpiece is the most important testimony to the International Gothic in Nuremberg around 1400. Characteristic are the realistic facial features, the soft modeling of the forms and the delicate colors.
Literatur
Konrad Haller: Hallerbuch. Nürnberg 1533, S. 340.
Johann Wolfgang Hilpert: Nürnbergs Merkwürdigkeiten und Kunstschätze, Heft 2, Die Kirche des heiligen Laurentius. Nürnberg 1831, S. 19, Nr. 6.
Gustav Friedrich Waagen: Kunstwerke und Künstler im Erzgebirge und in Franken. Leipzig 1843/1845, Bd. 1, S. 164.
Johann David Passavant: Beiträge zur Kenntnis der alten Malerschulen Deutschlands. Thoman Burgkmaier. In: Kunstblatt, Nr. 47, 1846, S. 190.
Gustav Friedrich Waagen: Handbuch der Geschichte der Malerei, Bd. 1, Die deutschen und niederländischen Malerschulen. Stuttgart 1862, S. 62-63.
Carl Schnaase: Geschichte der bildenden Künste, 8 Bde. Unter Mitwirkung von O. Eisenmann. Hrsg. von Wilhelm Lübke. Stuttgart 1843–1879, Bd. 4 (1874), S. 458– 460.
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1882, Nr. 87. Link zur Bibliothek
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1885, Nr. 88. Link zur Bibliothek
Hubert Janitschek: Geschichte der deutschen Malerei (Geschichte der deutschen Kunst, Bd. 3). Berlin 1890, S. 207, 286.
Henry Thode: Die Malerschule von Nürnberg im 14. und 15. Jahrhundert in ihrer Entwicklung bis auf Dürer. Frankfurt a.M. 1891, S. 19–
48, 57–58, 278, 289, Nr. 79, S. 293.
48, 57–58, 278, 289, Nr. 79, S. 293.
August von Essenwein: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Gemälde. Nürnberg 1893, Nr. 96. Link zur Bibliothek
Carl Gebhardt: Martin Hess. In: Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd. 31, 1908, S. 21–22, 31– 40, 45– 47, 186, Taf. 3.
Heinz Braune: Katalog der Gemälde-Sammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nürnberg 1909, Nr. 116.
Carl Gebhardt: Literaturbericht. Malerei. Katalog der Gemäldesammlung des Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. In: Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd. 32, 1909, S. 538. Link zur Bibliothek
Fritz Burger/Hermann Schmitz/Ignaz Beth (Hrsg.): Die deutsche Malerei vom ausgehenden Mittelalter bis zur Renaissance (Handbuch der Kunstwissenschaft). Bd. 2.1, Die österreichisch-bayerischen Lande. Schwaben, Oberrhein und die Schweiz bis 1420. Berlin 1917, S. 289.
Curt Glaser: Die altdeutsche Malerei. München 1924 , S. 30.
Wilhelm Worringer: Die Anfänge der Tafelmalerei (Deutsche Meister, Bd. 7). Leipzig 1924, S. 336-340, Abb. 118.
Erwin Panofsky: "Imago Pietatis". Ein Beitrag zur Typengschichte des "Schmerzensmanns" und der "Maria Mediatrix". In: Festschrift für Max J. Friedländer zum 60. Geburtstage. Leipzig 1927, S. 275. Link zur Bibliothek
Kurt Gerstenberg: Die St. Lorenzkirche in Nürnberg (Deutsche Bauten, Bd. 11). Magdeburg 1928, S. 33-34.
Katalog der Ausstellung Nürnberger Malerei 1350--1450. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 1931, Kat.Nr. 43(b). Link zur Bibliothek
Walter Hugelshofer: Die altdeutschen Gemälde in den französischen Museen. In: Belvedere 7/8, 1931, S.26. Link zur Bibliothek
E. Heinrich Zimmermann: Die Tafelmalerei. In. Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 1930/1931, S. 30, 32, 34 –36, 47, Taf. 81.
Karl Koch: Rezension zu „Katalog der Ausstellung Nürnberger Malerei 1350–1450. Bearb. von Walter Fries. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 1931“. In: Kunst und Künstler 29, 1931, S. 432. Link zur Bibliothek
Eberhard Lutze: Rezension zu „Katalog der Ausstellung Nürnberger Malerei 1350–1450. Bearb. von Walter Fries. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 1931“. In: ZfBK 65, 1931/1932, S. 82. Link zur Bibliothek
Eberhard Lutze, Eberhard Wiegand: Kataloge des Germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg. Die Gemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts, 2 Bde. Leipzig 1936/1937, Bd. 1, Nr. 116, S. 92–93, Bd. 2, Abb. 19.
Ernst Günter Troche: Das erste Jahrhundert schlesischer Tafelmalerei. In: Die Hohe Strasse. Schlesische Jahrbücher für Deutsche Art und Kunst im Ostraum 1, 1938, S. 124. Link zur Bibliothek
Eberhard Lutze: Die Nürnberger Pfarrkirchen Sankt Sebald und Sankt Lorenz. Berlin 1939, S. 64.
Meisterwerke altdeutscher Malerei. Museum zu Allerheiligen. Schaffhausen 1947, Kat.Nr. 81 und Abb. Link zur Bibliothek
Des Maitres de Cologne a Albert Dürer. Primitifs de l'Ecole Allemande. Musee de l'Orangerie. Paris 1950, Nr. 62– 63, S. 61– 62, Abb. 63. Link zur Bibliothek
Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg. von Ulrich Thieme und Felix Becker. Bd. 37. Leipzig 1950, S. 163. Link zur Bibliothek
Alfred Stange: Deutsche Malerei der Gotik. Bd. 9. München/Berlin 1958, S. 9-13, Abb. 10.
Alfred Stange: Deutsche Malerei der Gotik (Besprechung). In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bd. 49, 1959, S.470. Link zur Bibliothek
Günther P. Fehring, Anton Ress: Die Stadt Nürnberg, Kurzinventar (Bayerische Kunstdenkmale 10). München 1961, S. 98. Link zur Bibliothek
Heinrich Theodor Musper: Gotische Malerei nördlich der Alpen. Köln 1961, S. 140-141, Abb. 123.
Gerhard Schmidt: Malerei bis 1450. Tafelmalerei – Wandmalerei – Buchmalerei. In: Karl M. Swoboda (Hrsg.): Gotik in Böhmen. München 1969, S.443, Anm. 532.
Heinrich Theodor Musper: Altdeutsche Malerei. Köln 1970, S. 34, 102, Nr. 23, S. 102, Abb.
Günther Bräutigam: Die bildende Kunst zur Zeit der Luxemburger. In: Geschichte einer europäischen Stadt. Hrsg. von Gerhard Pfeiffer. München 1971, S. 19, S. 113.
Eike Oellermann: Die Malerei. In: Die Lorenzkirche in Nürnberg. Hrsg. von Johannes Viebig. Königstein i.T. 1971, S. 53. Link zur Bibliothek
Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen. München 1977, Nr.161, Farbabb.; 3. überarb. Aufl. München 1985, Nr. 144, Farbabb.
Alfred Stange: Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer. Bd. 3, hrsg. von Norbert Lieb, bearb. von Peter Strieder/Hanna Härtle. München 1978, Nr. 21, S. 26, Nr. 32, S. 30.
Nürnberg 1300-1550. Kunst der Gotik und Renaissance. The Metropolitan Museum of Art/ Germanisches Nationalmuseum. New York/Nürnberg 1986, Kat.Nr. 29 und Farbabb. Link zur Bibliothek
Corine Schleif: Donatio et Memoria. Stifter, Stiftungen und Motivationen an Beispielen aus der Lorenzkirche in Nürnberg. München 1990 , S. 52–53.
Milena Bartlová: Poctivé obrazy. Deskové malířství v Čechách a na Moravě 1400–1460 [Ehrsame Bilder. Die Tafelmalerei in Böhmen und Mähren 1400–1460]. Prag 2001, S. 71.
Claudia-Andrea Spitzer: Das Imhoff-Volckamer-Epitaph im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Mag. FAU Erlangen-Nürnberg 2001 [unpubl.], Bd. 1, S. 7, 30, 68, Bd. 2, Abb. 31b.
Jörg Rosenfeld: Malerische Retabelrückseiten. Prolegomena zu Bedingungen und Möglichkeiten des Abseitigen vornehmlich nordalpiner Kunst des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. In: Anna Moraht-Fromm (Hrsg.): Kunst und Liturgie. Choranlagen des Spätmittelalters. Ihre Architektur, Ausstattung und Nutzung. Ostfildern 2003, S. 289–290.
Wilfried Franzen: Römischer Kaiser und König von Böhmen – Rückkehr zu Prager Vorbildern. In: Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden. Kunst und Repräsentation des Hauses Luxemburg 1310–1437. Bearb. von Markus Hörsch, Andrea Langer. Hrsg. von Jiří Fajt. Ausst.Kat. Bildergalerie Prager Burg, Prag; The Metropolitan Museum of Art, New York. München, Berlin 2006, S. 603. Link zur Bibliothek
Christian Nikolaus Opitz: Die Heiligen hinter dem Altar. Überlegungen zu Gestaltung und Benutzung von Retabelrückseiten im Spätmittelalter. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 67, 2006, S. 162–163, 168 –169, 180 –182, Abb. 1.
Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom 12. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, 4 Bde. München 2007, Bd. 2, S. 719, 998.
Thorsten Albrecht u.a.: Gotik (Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland 3). Hrsg. von Bruno Klein. München u.a. 2007, Nr. 179, S. 438 – 439 (Iris Grötecke).
Gerhard Weilandt: Die Sebalduskirche in Nürnberg. Bild und Gesellschaft im Zeitalter der Gotik und Renaissance (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 47). Petersberg 2007, S. 189–196, 202, 263 –264, Abb. 157–159, Nr. 10/II, S. 671– 677.
Corine Schleif: Introduction or Conclusion. Are We Still Being Historical? Exposing the Ehenheim Epitaph Using History and Theory. In: Different Visions. A Journal of New Perspectives on Medieval Art 2, 2008, S. 26, Abb. 12 [Online-Ressource], URL: differentvisions.org/issue1PDFs/Schleif.pdf [22.11.2018].
Corine Schleif, Volker Schier: Katerina’s Windows. Donation and Devotion, Art and Music, as Heard and Seen through the Writings of a Birgittine Nun. University Park (PA) 2009, S. 42.
Stephan Kemperdick (Hrsg.): Deutsche und böhmische Gemälde 1230–1430. Kritischer Bestandskatalog (Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin). Unter Mitarb. von Beatrix Graf und Regina Cermann. Petersberg 2010, Nr. 23, S. 164 –165.
Eike Oellermann, Karin Oellermann: Tafelmalerei und Skulptur. In: Matthias Ank u.a.: St. Lorenz in Nürnberg. Lindenberg 2011, S. 46 – 47, Abb. S. 46.
Jan Klípa: Ymago de Praga. Desková malba ve střední Evropě 1400–1430. Unter Mitarb. von Adam Pokorný. Prag 2012, S. 83 –91, 96, Abb. II/37.
Marco Popp: Die Lorenzkirche in Nürnberg. Restaurierungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Regensburg 2014, S. 48, S. 50 –52, 158–159.
Frank Matthias Kammel: Nürnberg 1420. Der Deichsler-Altar und der Schöne Stil. In: Der Deichsler-Altar. Nürnberger Kunst um 1420. Hrsg. von Frank Matthias Kammel. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Nürnberg 2016, S. 40 – 43. Link zur Bibliothek
Daniel Hess, Dagmar Hirschfelder, Katja von Baum (Hrsg.): Die Gemälde des Spätmittelalters im Germanischen Nationalmuseum, Band I: Franken, 2 Teilbände. Regensburg 2019, Kat.-Nr. 6 (Lisa Eckstein, Dagmar Hirschfelder). Link zur Bibliothek
Audioguide_SOLR
Bitte geben Sie die Audioguide-Nummer ein.
7 8 9
4 5 6
1 2 3
Löschen 0 Abspielen