Hallo welt!
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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Maria mit Kind und PapageienGemälde, AndachtsbildGm1170Gemälde bis 18001<results><lido:eventActor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:actorInRole><lido:actor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalActorId">368</lido:actorID><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="preferred" xml:lang="de">Baldung, Hans, gen. Grien (1484/85-1545)</lido:appellationValue></lido:nameActorSet></lido:actor></lido:actorInRole></lido:eventActor></results>1533<results><lido:eventPlace xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:type="" lido:sortorder="1"><lido:displayPlace xml:lang="de">Oberrhein; Straßburg</lido:displayPlace></lido:eventPlace></results>Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<XmlDescription><BuildingId>16</BuildingId><BuildingDescription>16 Galeriebau</BuildingDescription><FloorId>2</FloorId><FloorDescription>1.OG</FloorDescription><RoomId>11</RoomId><RoomDescription>Ausstellungsraum</RoomDescription></XmlDescription><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements xml:lang="de">H. 91,5 cm; B. 63,3 cm</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements/></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Malerei auf Lindenholz (Tilia sp.)</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech/></lido:eventMaterialsTech></results>siehe Anna Bartl. In: Kurt Löcher: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 60.Das ungewöhnliche Bild der stillenden Madonna besticht durch eine gesuchte Künstlichkeit und naturferne Stilisierung. Irritierend sind die heftigen Spannungen in Beleuchtung und Farbigkeit, aber auch der exotisch-luxuriöse Akzent und der hohe sinnliche Reiz. Durch gewagte Motive, wie den Biss des Papageien und die Berührung der Brust durch die gespitzten Lippen des Knaben, hat Baldung seiner Darstellung sinnliche Werte verliehen, die über den durch die Malerei angesprochenen Sehsinn hinausführen. So pickt der in der traditionellen Marienikonographie als ungelernt „Ave“ sagender Vogel und durch sein nicht nass werdendes Gefieder die Jungfräulichkeit Marias verkörpernde Papagei Maria in den Hals, während der angespannt zum Betrachter blickende, nimbierte Christusknabe gerade die Brustspitze freigibt. Mit verschmitzter Miene hantiert derweil ein schwebender Engel am transparenten Marienschleier, wobei unklar bleibt, ob er das Marienhaupt entschleiert oder verhüllt. Dem Bild haftet etwas rätselhaft Geheimnisvolles an, das sich einer schlüssigen Deutung entzieht. So neuartig und ungewöhnlich das Andachtsbild erscheint, knüpfte Baldung bewusst an ältere Bildtraditionen an und variierte geläufige Darstellungsmuster, ikonographische Motive und Requisiten. Mit dem Bild der stillenden Muttergottes bezog er sich auf ein im Mittelalter überaus beliebtes Andachtsbild, in dem Marias mütterliche Hingabe, ihre lebensspendende Kraft und ihre Rolle als Garantin von Gnade und Barmherzigkeit in der Fürbitte für die sündige Menschheit am eindringlichsten zum Ausdruck kam. Inwieweit Baldungs subjektiv verfremdete Interpretation auf die Wünsche eines elitären Auftraggebers zurückzuführen ist, darüber kann in Ermangelung schriftlicher Zeugnisse nur spekuliert werden. Baldung malte das Bild 1533 in Straßburg, das bereits zwei Jahrzehnte vor dem Übertritt zur Reformation im Jahr 1524 als ein Zentrum der evangelischen Bewegung galt. In den Jahren 1526-1530 hatten sich die Verhältnisse verschärft: Die Messe wurde abgeschafft und die Bilder wurden vollständig entfernt, nachdem sich der Bildersturm bislang nur auf die schändlichen Bilder bezogen hatte. Die Darstellung der stillenden Maria war vor diesem Hintergrund insofern brisant, als gerade dieses Motiv als eines der verwerflichsten galt. In Straßburg haben Marienbilder, wie Baldungs Nürnberger Gemälde, Anstoß erweckt: So wurden 1541 Kunstverständige in die Werkstatt des Straßburger Malers Jost Krieg von Barr zur Begutachtung seiner Bilder geschickt. Sollten seine Marienbilder „schandtlich und entblößt gemalet“ sein, solle man ihm dies untersagen (Rott 1936, S. 227). Es stellt sich deshalb die Frage, ob Baldungs nachreformatorische Madonnenbilder nicht als Versuch zu werten sind, ein in die reformatorische Kritik geratenes, in der Tradition jedoch zentrales Bildthema dadurch zu retten, indem er es zur Kunst erhob? Die gesuchte Künstlichkeit scheint dies nahe zu legen, auch wenn sich eine solche Deutung durch historische Quellen nicht belegen lässt. Es ist folglich zu überlegen, ob Baldung mit solchen Werken nicht vielmehr einen exklusiven Kreis von Altgläubigen bediente. Als Spross einer Gelehrtenfamilie mit einflussreichen verwandtschaftlichen Kontakten zum habsburgischen Hof und zur Universität des katholisch gebliebenen Freiburg hatte er sich offenbar einen Kundenstamm erschlossen, den er auch nach der Reformation weiter belieferte. Nach Weber am Bach 2006 ist alternativ zu überlegen, ob die im Gemälde akzentuierte Fleischlichkeit auf die Straßburger Synode gegen die Täufer im Jahr 1533 zurückzuführen ist: Das Gemälde würde demnach die von den Täufern angezweifelte "Zwei-Naturen-Lehre" Christi und die Mutterschaft Mariens bekräftigen und in ein entsprechendes Andachtsbild übersetzen, das sowohl neu- wie altgläubige Kunstliebhaber anzusprechen vermochte. Baldungs Gemälde wäre demnach ein gemaltes theologisches Bekenntnis zur wahren Mutterschaft Mariens. Wer auch immer zu den Auftraggebern und Käufern solcher eigenwilliger Werke zählte, Baldungs Klientel hatte offenbar ein besonderes Flair für die gewagten und hintersinnigen Meisterwerke des berühmten Straßburger Malers.Sie finden das Objekt in der Dauerausstellung mit der Nummer 1: Dauerausstellung Renaissance, Barock, Aufklärung
