Beschreibung
Zwischen zwei mit Bäumen und Büschen bewachsenen Berghängen führt von der Mitte des Vordergrundes ein steiniger Weg abwärts ins Tal. Im Mittelgrund ragt auf einem Felsen die Ruine Brunnenberg auf; unterhalb von ihr links ein Bauerhaus auf einem Wiesenhang. Hinter einem Rebhang werden ein Dorf sowie ein spitzer Kirchturm sichtbar. Der Hintergrund gibt den Blick frei auf eine Ebene mit Feldern und Wiesen, die in mehreren Windungen und leicht ansteigender Diagonale von rechts nach links das silbergraue Flußband durchzieht. Hohe Bergrücken zu Seiten und eine in Dunst gehüllte Gipfelkette schließen den Hintergrund ab, über dem sich ein in zarten Gelb- und Blautönen schimmernder Morgenhimmel erhebt. Das von links einfallende Licht bewirkt eine farbliche Kontrastierung von beleuchteten und verschatteten Partien des Landschaftsausschnittes. Die ca. 500 m südlich der Burg Tirol gelegene Ruine Brunnenberg, die 1914 wieder aufgebaut wurde, malte Harnier 1838 in Meran. Vor allem während seiner beiden letzten Lebensjahre widmete sich der Künstler vorrangig der Landschaftsmalerei, die hinsichtlich der farbigen und formalen Gestaltung auf den heroischen Landschaftskompositionen Joseph Antons Koch gründet. Für Harniers Landschaften gilt jedoch, unter Einbeziehung charakteristischer Stimmungswerte, eine sehr realitätsbezogene und abbildhafte Auffassung, der eine distanzierte Kühle auch hinsichtlich der Farbigkeit eigentümlich ist. Ohne Bezeichnung.
