Beschreibung
Von der Frau des Künstlers wird das Gemälde in ihren "Erinnerungen an Urfeld" als eines der "herrlichsten Landschaftsbilder" Corinths besonders hervorgehoben: "Vom Herzogstand zurückkehrend, auf den ich in der Frühe des Ostersonntags hinauf gestiegen war, fand ich Lovis hoch oben am Hang an seiner Staffelei arbeitend vor" einen "vom Schaffensrausch Besessenen, der da mit verströmenden Farben das glückhafte Wiedererwachen der Natur zu einem Ereignis der Kunst werden". Wie alle Walchensee-Bilder, ist das Gemälde unmittelbar vor der Landschaft vollendet. In seinem locker fließenden Duktus scheint die atmosphärische Stimmung jenes Ostermorgens nachzuschwingen, sein besonderer Duft in das bewegliche Spiel der warmen, erdigen Farben und dem frischen Blau über dem See einzufließen. Die Serie der Walchensee-Bilder vertritt eindrucksvoll das Spätwerk Corinths, in dem sich sein künstlerischer Ausgangspunkt: "Ein Stück Natur, mit den Augen begreifen" in sinnlicher Ausdruckfülle leuchtend vollendet.