© VG Bild-Kunst, Bonn 20241 Deutsch 2002 von Ursula Peters Höckelmann geht seine Themen meist in Form von Bildzyklen an. Das vor der Mitte der achtziger Jahre einsetzende Thema »Frau mit Vogel« geht auf seine Folge der »Wangerooge«-Zeichnungen zurück, die er während wiederholter Sommeraufenthalte auf der Nordseeinsel schuf - Beobachtungen von Badenden, Surfern, Vögeln und Strandgewächsen, Studien der Farben des Wassers und der Atmosphäre am Meer. Im Verlauf der Bildfolge verdichtet sich das Alltägliche der Beobachtungen zu überwirklichen Visionen. Strandpflanzen verwandeln sich in auswuchernde Gewächse mit flatternden Vogelschwingen, Badende in verführerische Wasserwesen mit glitzernden Fischschwänzen. Von heftigen Farbwirbeln werde sie wie von aufbrausenden Leidenschaften erfasst und von riesigen Vögeln wie von archaischen Totems bewacht. Die surreale Erotik, die hier in die Bilder des Alltags einbricht, wird in der Werkfolge »Frau mit Vogel« zusammengefasst. Mit ihr variiert Höckelmann das alte Leda-Motiv, das in der abendländischen Malerei die Künstler seit Leonardo und Michelangelo beschäftigt und als Motiv der erotischen Verwandlungen des Göttervaters Zeus das Vielgesichtige der Verführung zum Thema hat. Bei Höckelmann berühren solche mythischen Themen den holprigen Boden der Realität und er scheut sich auch nie, sie in triviale Gefilde zu überführen. Nicht nur, dass gegenüber der sanften erotischen Poesie von Ledas Schwan sein Paradiesvögel geradezu wie ein Sexteufel angebraust kommt, auch seine Leda plumpst in der Turbulenz der Ereignisse vom Sockel des Erhabenen. Bei der unverhofften Begegnung ist ihr das Bikinioberteil etwas unglücklich über den Busen gerutscht, und ihre dauerwellgekräuselte Lockenfrisur samt schickem Ohrclip und Schminke kennzeichnet sie als modischen Typ einer prallbusigen Titelblattschönen und lokalisiert sie eher an den Strand eines Ferienparadieses als an ein mythisches Gestade. Es ist eines der modernen Paradiese auf Zeit, an dem sie ihren Traum paradiesischer Unbesorgtheit träumt. In vielen seiner Bildthemen spielt Höckelmann mit der Lust am Trivialen, indem er in bekannte Bilder der Kunstgeschichte und ihre überformenden Ideale im grotesk überzeichnenden Gegenlauf Beobachtungen des Alltäglich-Banalen einfließen lässt. Sie wird zugleich gebrochen, indem er im Spiegel des Trivialen das Unbewusste in all seiner Bedürftigkeit als Widerschein ferner Mythen aufblitzen lässt. 2 Englisch 2002 I n his series of works entitled "Woman with Bird" Antonius Höckelmann produces a variation on the old Leda theme, taking it however to the realm of the trivial. In contrast to the gentle erotic poetry of Leda's swan, his bird of paradise rushes in like a sex devil. Equally, his Leda looks more like a front page buxom beauty than a mythical figure. Höckelmann's delight in the trivial is interrupted, however, by allowing the unconscious in all its neediness to flare up as a reflection of distant myths. Ursula Peters: Geschöpfe des Wasser, des Himmels und der Erde bei Peter Angermann und Antonius Höckelmann. In: Vom Ansehen der Tiere (= Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseums, Band 11). Nürnberg 2009, S. 232-234, Abb. S. 233.Antonius Höckelmann. Ausst.Kat. Kunstverein Hamburg. Hamburg 1986, Abb. S. 79.Zimmer, Werner (Hrsg.): Antonius Höckelmann. Ahasver und Nero am Eigelstein. Düsseldorf 1986, Abb. S. 51.Antonius Höckelmann. Bildhauer und Zeichner. Ausst.Kat.Galerie Zimmer Düsseldorf. Düssseldorf 1987, Abb. o. S.Antonius Höckelmann. Ausst. Kat. 1989.Peters, Ursula: Frau mit Zaubervogel II. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 1993, S. 386.Peters, Ursula: Frau mit Zaubervogel II. Ein neuerworbenes Gemälde von Antonius Höckelmann. In: Monatsanzeiger GNM, Februar 1993, Nr. 143, S. 1150--1151.Peters, Ursula: Frau mit Zaubervogel II. In: Schätze und Meilensteine deutscher Geschichte aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg . Nürnberg 1997, S. 206.Die Schöne und das Ungeheuer. Ausst.Kat. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2007, Kat. Nr. 29, S. 190.Höckelmann, Antonius. In: AKL Online, Dok-ID: _40110470 (14.08.2011).
Hallo welt!
Hallo welt!
http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Frau mit Zaubervogel IIGemäldeGm1941Kunst u. Kunsthandwerk 20. u. 21. Jh.1<results><lido:eventActor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:actorInRole><lido:actor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:type="Person"><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalActorId">44825</lido:actorID><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/uri" lido:source="GND">https://d-nb.info/gnd/11855185X</lido:actorID><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="preferred" xml:lang="de">Höckelmann, Antonius</lido:appellationValue></lido:nameActorSet><lido:vitalDatesActor><lido:earliestDate lido:type="geschätztes Datum">1937</lido:earliestDate><lido:latestDate lido:type="geschätztes Datum">2000</lido:latestDate></lido:vitalDatesActor><lido:genderActor xml:lang="de">männlich</lido:genderActor></lido:actor></lido:actorInRole></lido:eventActor></results>1991Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<XmlDescription><BuildingId>14</BuildingId><BuildingDescription>14 Ostbau</BuildingDescription><FloorId>3</FloorId><FloorDescription>2.OG</FloorDescription><RoomId>27</RoomId><RoomDescription>Sammlung</RoomDescription></XmlDescription><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements xml:lang="de">H. 100,0 cm; B. 80,0 cm</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements/></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Acryl auf Leinwand - Fingermalerei</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech/></lido:eventMaterialsTech></results>Die hochformatige Fingermalerei zeigt links im Bild eine unbekleidete, blond gelockte Frau im Profil. Von rechts nähert sich ein übergroßer roter Vogel, dessen geschwungener Schnabel sich an die gebogene Form der angewinkelten Frauenbeine anpasst. Unten rechts im Bild ist der graue Kopf einer Robbe mit aufgerissenem Maul zu sehen. Eine Dreiteilung der Leinwand geschieht nicht nur durch die drei mit dicken schwarzen Konturen vom Hintergrund abgesetzten Figuren, sondern ebenso durch die jeweils angepassten farblichen Hintergründe. Während der hautfarbene Frauenkörper mit grüner Farbe hinterlegt ist, ist der Vogel von einem leuchtend blau-türkisen Hintergrund umspielt, der untere Bildteil wird durch helle Violett- sowie Grüntöne bestimmt.Sie finden das Objekt in der Dauerausstellung mit der Nummer 1: Dauerausstellung 20. Jahrhundert
