Vitrinentext
Für Geiger ist »Farbe« das zentrale Thema. Monochrome Farbfelder dienen ihm dazu, sie möglichst unbeeinflusst wirken zu lassen. Deshalb reduziert er zudem seine Bildsprache auf archetypische Formen wie Rechteck und Kreis. Durch die zentrale querovale Form auf dem hochrechteckigen Bildformat schafft Geiger trotz der leuchtenden Farben einen harmonischen Gesamteindruck. Die verwendete Spritztechnik versetzt die Farbpigmente in Schwingung und ermöglicht ein Ausstrahlen über die Ränder hinaus.
For Geiger, "color" is the central theme. Monochrome color fields serve him to make them appear as uninfluenced as possible. For this reason, he also reduces his pictorial language to archetypal forms such as rectangle and circle. Through the central transverse oval shape on the vertically rectangular image format, Geiger creates a harmonious overall impression despite the bright colors. The spray technique used sets the color pigments vibrating and allows them to radiate beyond the edges.
»Farbe« ist das zentrale Thema für Geiger und hat für ihn wie »Licht« den Anspruch, in die Reihe der Elemente eingestuft zu werden. Sein Werk steht damit in einer langen Tradition, die von der Entdeckung der Farbe und ihrer Dominanz gegenüber der Form bei Delacroix hin zu ihrer völligen Autonomie im Impressionismus führte. Bereits als Vierzehnjähriger hatte der Sohn des Münchner Malers Willi Geiger während eines einjährigen Aufenthalts seiner Familie in Spanien versucht, die intensive Leuchtkraft der Landschaft in zahlreichen Aquarellen festzuhalten. Auch während seiner Zeit als »Kriegsmaler« 1941-43 in Russland galt das Interesse des inzwischen studierten Architekten vor allem Farb- und Lichtwirkungen. Zu den kalten, strengen Farbakkorden des Nordens gesellte sich 1943-44 das Erlebnis der ganz anderen Farbigkeit Griechenlands. 1949 gründete Geiger auf Anregung des damaligen britischen Konsuls in München, John Anthony Thwaites, zusammen mit Willi Baumeister, Rolf Cavel, Gerhard Fietz, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter die Künstlergruppe ZEN 49 als Forum für die abstrakte Kunst im Nachkriegsdeutschland. Erst 1962, als er seinen Brotberuf aufgeben und sich ausschließlich der Malerei widmen konnte, fand Geiger zu seinen monochromen Farbfeldern. Um das Medium »Farbe« möglichst unbeeinflusst wirken zu lassen, reduzierte Geiger die Formensprache auf archetypische Formen wie Rechteck und Kreis. Der Kreis näherte sich schließlich als Oval dem Rechteck an, um den harten Zusammenprall von Farbe und Bildformat zu verhindern. Die verwendete Spritztechnik versetzt die Farbpigmente in Schwingung und ermöglicht ein Ausstrahlen über die Ränder hinaus. Geiger verwendet Tages-Fluoreszenz-Leuchtfarben, weil diese in der Natur nicht vorkommen und ihm deshalb besonders geeignet scheinen, seinen aus der Natur destillierten Begriff von »Farbe« völlig losgelöst vom Naturvorbild zu visualisieren.
"Color" is Rupprecht Geiger's central theme and for him it should be ranked like "Light" with the other elements. To allow the medium "color" to infuse its effects into the composition as freely as possible Geiger reduces his stylistic elements to archetypal forms. The circle approaches the rectangle as an oval to avoid the hard collision of color and picture format. The spray gun technique lends a vibrancy to the color pigments, allowing them to resonate beyond the edges.
For Geiger, "color" is the central theme. Monochrome color fields serve him to make them appear as uninfluenced as possible. For this reason, he also reduces his pictorial language to archetypal forms such as rectangle and circle. Through the central transverse oval shape on the vertically rectangular image format, Geiger creates a harmonious overall impression despite the bright colors. The spray technique used sets the color pigments vibrating and allows them to radiate beyond the edges.
»Farbe« ist das zentrale Thema für Geiger und hat für ihn wie »Licht« den Anspruch, in die Reihe der Elemente eingestuft zu werden. Sein Werk steht damit in einer langen Tradition, die von der Entdeckung der Farbe und ihrer Dominanz gegenüber der Form bei Delacroix hin zu ihrer völligen Autonomie im Impressionismus führte. Bereits als Vierzehnjähriger hatte der Sohn des Münchner Malers Willi Geiger während eines einjährigen Aufenthalts seiner Familie in Spanien versucht, die intensive Leuchtkraft der Landschaft in zahlreichen Aquarellen festzuhalten. Auch während seiner Zeit als »Kriegsmaler« 1941-43 in Russland galt das Interesse des inzwischen studierten Architekten vor allem Farb- und Lichtwirkungen. Zu den kalten, strengen Farbakkorden des Nordens gesellte sich 1943-44 das Erlebnis der ganz anderen Farbigkeit Griechenlands. 1949 gründete Geiger auf Anregung des damaligen britischen Konsuls in München, John Anthony Thwaites, zusammen mit Willi Baumeister, Rolf Cavel, Gerhard Fietz, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter die Künstlergruppe ZEN 49 als Forum für die abstrakte Kunst im Nachkriegsdeutschland. Erst 1962, als er seinen Brotberuf aufgeben und sich ausschließlich der Malerei widmen konnte, fand Geiger zu seinen monochromen Farbfeldern. Um das Medium »Farbe« möglichst unbeeinflusst wirken zu lassen, reduzierte Geiger die Formensprache auf archetypische Formen wie Rechteck und Kreis. Der Kreis näherte sich schließlich als Oval dem Rechteck an, um den harten Zusammenprall von Farbe und Bildformat zu verhindern. Die verwendete Spritztechnik versetzt die Farbpigmente in Schwingung und ermöglicht ein Ausstrahlen über die Ränder hinaus. Geiger verwendet Tages-Fluoreszenz-Leuchtfarben, weil diese in der Natur nicht vorkommen und ihm deshalb besonders geeignet scheinen, seinen aus der Natur destillierten Begriff von »Farbe« völlig losgelöst vom Naturvorbild zu visualisieren.
"Color" is Rupprecht Geiger's central theme and for him it should be ranked like "Light" with the other elements. To allow the medium "color" to infuse its effects into the composition as freely as possible Geiger reduces his stylistic elements to archetypal forms. The circle approaches the rectangle as an oval to avoid the hard collision of color and picture format. The spray gun technique lends a vibrancy to the color pigments, allowing them to resonate beyond the edges.
