Hallo welt!
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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Belagerung Nürnbergs im Dreißigjährigen KriegGemälde, StadtansichtGm590Gemälde bis 18001<results><lido:eventActor xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:actorInRole><lido:actor><lido:actorID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalActorId">150</lido:actorID><lido:nameActorSet><lido:appellationValue lido:pref="preferred" xml:lang="de">Herr, Michael (1591-1661)</lido:appellationValue></lido:nameActorSet></lido:actor></lido:actorInRole></lido:eventActor></results>nach 1632-1661<results><lido:eventPlace xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayPlace xml:lang="de">Nürnberg</lido:displayPlace></lido:eventPlace></results><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements>H. 90 cm, B. 138 cm</lido:displayObjectMeasurements></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Öl auf Leinwand</lido:displayMaterialsTech></lido:eventMaterialsTech></results>Der schwedische König Gustav Adolf erreichte Nürnberg während des Dreißigjährigen Krieges mit etwa 18 000 Mann im Juni 1632. Als er Ende des gleichen Sommermonats die Nachricht erhielt, daß Wallenstein (1583 - 1634; dieser wurde von M. Herr porträtiert; vgl. (Manuskript) Beschreibung der Gemählde und Kunstgegenstaende welche sich auf der Burg zu Nürnberg aufgestellt befinden. Nürnberg 1817 (Stadtbibliothek Nürnberg: Nor H 44), Nr. 493) und Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1573 - 1651; Herzog seit 1597/98, Kurfürst seit 1623) mit mehr als doppelter Übermacht im Anmarsch waren, entschloß er sich, Nürnberg zu einem großen, befestigten Lager auszubauen. In zwei Wochen entstand eine nur zu einem kleinen Teil die vorhandene Stadtbefestigung einbeziehende Linie von Schanzen und Redouten, bestückt mit etwa 300 Geschützen. Die Befestigung verlief nordseits um Wöhrd bis zum St. Johannisfriedhof, südwestwärts in großem Bogen um Gostenhof und südostwärts unter Einbeziehung der stark befestigten Nürnberger Herrensitze in zwei Staffeln über St. Peter bis zum Gleishammer um die Stadt. Zwischen der vorhandenen Stadtbefestigung und der neuen Verteidigungslinie war genügend Raum für die Truppen. Gm 590 zeigt diese Situation, die sich während eines langen Stellungskrieges kaum veränderte. Wallenstein schlug im Juli 1632 sein Lager mit ca. 50 000 Mann bei Zirndorf auf. Es hatte die Form eines langgestreckten Vierecks mit einem Umfang von 16 Kilometern und war in drei Abschnitte eingeteilt. Die Wälle der Lagerbefestigung waren in drei Tagen errichtet worden, es wurden ca. 64 000 m³ Erdaushub bewegt. Der riesige Holzverbrauch von ca. 13 000 Bäumen veränderte die Landschaft bis heute nachhaltig, denn ganze Wälder wurden abgeholzt und nicht wieder aufgeforstet. Im Zusammenhang mit Wallensteins Aufbau seines riesigen Lagers muß das Schloß Almoshof der Nürnberger Patrizierfamilie Praun abgebrannt worden sein (s. Gm 591, Gm 1541 und Gm 1542). Ende August/Anfang September suchte Gustav Adolf die Entscheidung, indem er seine Armee auf den Feldern zwischen Wallensteins Lager und der Stadt Nürnberg in Schlachtordnung aufstellen ließ. Wallenstein ging auf dieses Angebot nicht ein. Nach mehreren Stellungswechseln und erfolglosen Versuchen, eine Entscheidung zu erzwingen, mußte Gustav Adolf am 4. September seine Truppen zurückziehen. Da die Versorgung im Nürnberger Raum nicht mehr gesichert war, marschierte er nach Neustadt/Aisch und Windsheim. Wallenstein zog am 23. September nach Forchheim ab. Die Bedeutung der Ereignisse liegt darin, daß der Nimbus der Unbesiegbarkeit der schwedischen Armee in Nürnberg zerbrach. Als sie am 16. November des gleichen Jahres in der Schlacht von Lützen die Scharte auszuwetzen versuchte, fiel Gustav Adolf.siehe Andreas Tacke: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Mainz 1995, S. 111--113.; Vorlage für die wappenhaltenden Putten ist eine Graphik von Cornelis Visscher (1619/1629 - 1662), die von Pieter Claesz. Soutman (gestorben 1657) verlegt wurde (lt. Hinweis an A. Tacke von Kurt Löcher, Nürnberg). Sie ist nach dem heute im Louvre (Inv.Nr. 1763) befindlichen Bild "Madonna mit Putten" von Peter Paul Rubens (1577-1640) gestochen worden. Das Bild (138 x 100 cm) gelangte 1671 nach Paris. Dem Stich entnahm Herr zum einen den palmenhaltenden Putto links oberhalb von Maria und zum anderen den Putto, der die Krone Mariens zur Rechten hält. Vielleicht ist auch Herrs dritter Putto, welcher unterhalb der Wappen schwebt, dem Stich entnommen: Verwandtschaft zeigt der Putto am linken Rand der Graphik, der sich etwa unterhalb der zu denkenden Mittellinie lachend einem weiteren Putto zuwendet.; Ein Bild (125 x 227) gleichen Themas von M. Herr befindet sich im Besitz des Friedrich Carl Alexander Freiherrlich von Harsdorf'schen Stiftung (Diepoltsdorf; s. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Leonie von Wilckens: Aufgang der Neuzeit. Deutsche Kunst und Kultur von Dürers Tod bis zum Dreißigjährigen Krieg 1530-1650. Bielefeld 1952, S. 202, Kat. Nr. Z 3). -- In thematischem Zusammenhang mit Gm 590 stehen Zeichnungen von M. Herr im Berliner Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz (Inv.Nr. KdZ 17320 und Inv.Nr. KdZ 17741) und in der Graphischen Sammlung des Germanischen Nationalmuseums (Inv.Nr. St.N. 16583); sie zeigen Gruppen von Soldaten vor den Stadtmauern Nürnbergs.; Ansicht Nürnbergs von Nordwesten. Die Stadt ist von den Befestigungsanlagen des schwedischen Heeres umgeben; rechts im Mittelgrund der St. Johannisfriedhof mit der Holzschuherkapelle und der Johanniskirche. Links im Vordergrund König Gustav Adolf (1594, König 1611-1632) mit seiner Begleitung zu Pferde, die die Befestigungsanlagen - Arbeiten an den Verschanzungen sind noch im Gange - besichtigen. Im Mittelgrund eine Feldmesse. Wappen in der Mitte oben von drei Putten gehalten: (1.) In Gold ein schwarzer, goldgekrönter Doppeladler. (2.) In Blau ein goldener Jungfrauenadler. (3.) Gespalten, vorn ein halber schwarzer Adler am Spalt, hinten von Rot und Weiß fünfmal schräglinks geteilt. -- Auf einem Spruchband am oberen Bildrand in der Mitte Inschrift.Andreas Tacke: Die Gemälde des 17. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum. Mainz 1995, S. 111--113, Nr. 50 mit Abb. und mit älterer Literatur.Pavel Hrnčiřík: Harsdorf'sche Bilder schwedischer Befestigungsanlagen um Nürnberg im Sommer 1632. Onlinepublikation 2026 (Abruf: 16.4.2026).